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1 (1899)
Entstehung
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405
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Sonderkrankenanstalten und Fürsorge für Geisteskranke. 405

Closet, Bad, Wärterzimmer u. s. w. und es ist dafür Sorge zu tragen,dass die hier befindlichen Kranken keinen Augenblick bei Tag und beiNacht aus der Beobachtung des Pllegepersonals kommen; bei Tage so-wohl, wie bei Nacht hat mindestens ein Wärter, für dessen regelmässigeAblösung natürlich Sorge zu tragen ist, die Kranken zu beobachten under darf unter keinen Umständen den Raum verlassen. Die Krankenliegen in dieser Abtheilung meist ständig zu Bett. In der Wach-Abthcilung wird natürlich auch Nachts immer beständig gewacht: manrichtet es gewöhnlich so ein, dass von zwei Wärtern jeder die eineHälfte der Nacht wacht, also die andre Hälfte zum Schlafen benutzenkann; grundsätzlich schläft in dem Wachsaal oder der Wachabtheilung,worin ein Wärter wacht, mindestens ein anderer, damit er bei einembesonderen Vorkommniss zur Aushilfe gleich bei der Hand ist. Control-uhren, die er alle 15 oder 30 Minuten zu bedienen hat, behüten denAVärter vor dem Einschlafen; auch wird die Wachabtheilung von dembetreffenden Stationsarzte vorzugsweise Nachts revidirt werden. DieNachtwachen bilden mit den wichtigsten Dienstzweig in einer Irren-anstalt und sind eine schwere Zumuthung für das Pflegepersonal, be-sonders wenn sie abwechselnd der Reihe nach von allen Wärtern derAnstalt geleistet werden müssen. In einzelnen Anstalten hat man denAusweg ergriffen, einen AVärter die ganze Nacht wachen zu lassen undihm den nächsten Tag frei zu geben; in englischen Anstalten hat mandiesen Versuch in ein System gebracht und hat dort besondere Wärterfür den Tag und für die Nacht.

Um auch den den Abort benutzenden Kranken der Wachabtheilungnicht ganz der Aufsicht des Wärters zu entziehen, muss man entwedereinen Cioseteimer, von einer spanischen Wand umgeben, im Wachsaalselbst aufstellen oder man betraut einen besonderen Wärter mit derBeaufsichtigung des in einem Nebenraum untergebrachten Abortes. Dadie Verhütung des Selbstmordes bei den dazu geneigten Kranken (Me-lancholischen besonders) eine der Hauptaufgaben der Anstaltsbehandlungist, so sind aus der Wachabtheilung schneidende und spitze Geräthe zumEssen verbannt; das Fleisch wird den Kranken hier geschnitten unddazu ein Löffel gegeben. Zum Schreiben wird der Beistift benutzt, aufder Frauenseite werden Strick- und Häkelnadeln aus Holz den Krankengereicht.

Geschlossene Abtheilungen sind ebenso, wie Ueberwachungs-Abthei-lungen für jede Anstalt unentbehrlich, denn überall giebt es Kranke, dieso hartnäckig auf Entweichimg sinnen, so aufgeregt sind oder ein incrimineller Beziehung so bedenkliches Vorleben haben, dass sie selbstbei sorgfältigster Aufsicht nicht ohne Gefahr in offenen Abtheilungen zuverpflegen sind. Nach Paotz (1. c. pag. 85) gehören in die geschlossenenAbtheilungen diejenigen Kranken, die wegen insocialer Eigenschaften allerArt, wegen unruhigem, unsauberem oder besonders auffälligem Verhalten,wegen Neigung zum Entweichen, zu Gewalttätigkeit etc. unzuverlässigund unberechenbar sind, ohne gerade zu den speciell Ueberwachung