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die Prostituirten (für diese gelten alle derartige Vexationen in erhöhtemMaasse) im Krankenhause human, wenn auch energisch behandelt werden,wird aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf besonders hervorgehoben.Seitdem diese Verhältnisse sich dort gebessert haben, bleiben die Pro-stituirten der Controle nicht mehr fern wie früher (Sanitätswesenpag. 129)." Alle diese Massnahmen sind ein Ausfluss der alten Vor-stellung, dass die Geschlechtskrankheiten eher eine Sünde als eineKrankheit seien, und dass man die Geschlechtskranken eher für dieseSünde bestrafen als heilen müsse, eine Anschauung, die vom hygienischenStandpunkt aus als verwerflich und überaus schädlich zu bezeichnen ist.Jede Beschränkung, die nicht durch den Charakter der Krankheit selbstgeboten ist, müsste fortfallen. Ja, selbst die räumliche Trennung der Ge-schlechtskranken von anderen Kranken ist nur in grossen Krankenhäusernzu rechtfertigen, wo den gesonderten Abtheilungen auch specialistischvorgebildete Aerzte vorstehen. In kleineren Krankenhäusern, wo dasnicht der Fall ist, können und sollten die Geschlechtskranken zusammenmit Kranken andrer Art in einer Abtheilung liegen. Die Geschlechts-kranken bedürfen nicht wie die meisten anderen Infectionskranken einerräumlichen Isolirung. Syphilis und Gonorrhoe werden nicht par distanceübertragen. Die einzige Vorsorge, die man vielleicht zur Verhütungeiner Infection der Nachbarn treffen könnte, wäre die Gewährungvon Ess- und Trinkgeschirr anderer Form oder Farbe für die Syphili-tischen, (wohl gemerkt nur für die Syphilitischen, während die Go-norrhoeen, ßubonen etc. keinerlei derartige Vorsichtsmassregeln erfordern).Freilich ist überall, wo sich die Zahl der Geschlechtskrankendauernd über eine gewisse Höhe erhebt (30—40 Betten), eine eigeneAbtheilung und deren Unterstellung unter einen Fachmann angebracht;denn leider werden auch in ärztlicher Beziehung noch überall die Ge-schlechtskranken sowohl auf den inneren als auch auf den äusserenStationen der Krankenhäuser als minderwerthige Patienten angesehen.Das Interesse des dirigirenden Arztes pflegt für sie gewöhnlich minimalzu sein, und es ist anzunehmen, dass unter dieser Vernachlässigung dietherapeutischen Erfolge leiden, der Krankenhausaufenthalt oft unnütz ver-längert und manches Wichtige übersehen wird. Auch diese Unter-schätzung der Syphilidologie in ihrer Bedeutung für die Klinik ist wahr-scheinlich bedingt durch die niedrige moralische Einschätzung der Ge-schlechtskrankheiten.
Noch einige wichtige Punkte, welche die KrankenhausbehandlungVenerischer betreffen, sollen hier zum Schluss erörtert werden. Wirhaben oben gesehen, dass ein mehrwöchentlicher Krankenhausaufenthaltin der Regel nicht hinreicht, um eine Syphilis und in vielen Fällen auchnicht, um eine Gonorrhoe zu beseitigen — und ich habe auseinander-gesetzt, welche Schwierigkeiten daraus für die Behandlung der Prosti-tution sich ergeben — wie soll man sich nun gegenüber den freiwillig ins