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1 (1899)
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345
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Sonderkrankenanstalten und Fürsorge für Lungenkranke. 345

und Landesgesetze zu kennen, in kaufmännischer, technischer und vielenanderen Beziehungen hat jeder Gebildete eine grosse Summe von Kennt-nissen und Erfahrungen nöthig, wenn er sich vor Nachtheilen, Uebcr-vortheilungen u. s. w. schützen will. Warum soll gerade dasjenige Gebiet,welches doch jedem Menschen am nächsten liegt, die Kenntniss deseigenen Körpers und seiner Functionen, sowie der Störungen derselben,ihrer Ursachen und die Mittel zu ihrer Verhütung und Beseitigung ihmverschlossen bleiben, wie ein Buch mit sieben Siegeln?" (Driver).

Der Bedeutung der Körperpflege, der Luft, der Körperhaltung beimArbeiten, Lesen, Schreiben, der Abwechslung und Erholung, der Körper-bewegung und des Sports ist ein AVort zu widmen, die Wichtigkeit derHautpflege und Abhärtung, der Kleidung, des Bettes, der Ernährung(Volksernährung!) und der durch bunte Tafeln erläuterten Nah-rungsmittel, der Zahnpflege und des Alkohols ist zu besprechen. DieAnforderungen einer gesunden Wohnung und ihre Einrichtung, die Eheund die Hygiene der Frau, Kinderpflege, Krankenpflege, die Bedeutunggeistiger Aufregungen, die Arbeits- und Gewerbehygiene sind in denBereich der Vorträge zu ziehen.

Dies zeigt schon, dass die Belehrung über den einzelnen hinaus-greifen und sich auch auf seine Angehörigen, seine Arbeitsgenossen er-strecken soll. Die Heilstätteninsassen sollen, wieder ins Volk zurück-gekehrt, behalten wir den oft gebrauchten Ausdruck bei Apostelder Gesundheitspflege für dasselbe werden und so zu ihrem Theile mit-helfen, die Leberzeugung von der Notwendigkeit durchgreifender Re-formen an Haupt und Gliedern überall hin zu verbreiten. Aber alleinkönnen diese entlassenen Kranken das grosse Werk nicht verrichten,Tausende müssen, von der grossartigen Idee ergriffen, mitarbeiten, undso zieht die Bewegung immer weitere Kreise, sie identificirt sich, wieschon mehrfach ausgesprochen wurde, mit der Behandlung der socialenFrage. Das Uebel bei der Wurzel zu fassen, Prophylaxe, Krankheits-verhütung, welche selbst Koch für unendlich wichtiger und vorteilhafterals alle Therapie erklärte, zu treiben, um Krankheitsheilung wenigernöthig zu haben, ist die Losung, welche jetzt für eine täglich wachsendeArmee gilt. Doch würde eine Weiterverfolgung dieses Gedankens überdas diesen Blättern gesteckte Ziel hinausreichen.

26. Fürsorge nach der Entlassung.

Wenn wir uns unseren Kranken wieder zuwenden, so müssen wirihnen, soweit sie Arbeiter sind, wenigstens soweit im Rahmen der nochthatsächlich vorhandenen mangelhaften Verhältnisse möglich, Lebens-bedingungen zu schaffen suchen, unter denen sie sich gesund erhaltenkönnen. Das geschieht einmal, indem wir ihnen Verdienst verschaffen,ferner indem wir ihnen, wenn nöthig, einen Berufswechsel ermöglichen.

Die zu nennenden Maassregeln sind: 1. Fürsorge" für Offenhaltender Arbeitsstellen (Freund, Ascher u. a.). Man darf in unserer

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