Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
340
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340 G. Liebe,

Köhler gab ein einer Oigarrentäsche ähnliches Pappetui als Taschen-spuekgefäss an. (In den Verhandlungen der Hufeland'sehen Gesell-schaft); Stone (why the Sputa of tuberculous patients should be des-troyed. The amer. Journal of the med. sciences, 1891, März) schlägt-ebenfalls Papiertascbengefässe vor, die man in der ärmeren Praxis ausZeitungspapier improvisiren könne. (?)

Verkauft sollten, soweit unbemittelte Kranke in Betracht kommen,die Spuckflaschen nie werden (Schwendi), sondern ihnen immer vonAnstaltswegen gegeben und beim Abschied als Eigenthum überlassenwerden.

Die weitere Beseitigung des Auswurfs kann in verschiedener Weisegeschehen. Vergraben empfiehlt sich nach einer Mittheilung von Lortetund Despeignes in der Academie des sciences in Paris (25. Januarund 4. Juli 1892) nicht, da Würmer solche Bacillen wieder an dieOberfläche beförderten. Zum Verbrennen wird man nur schreiten, wenndas ganze Gefäss mit in den Ofen geworfen werden kann. Im Adiron-dack Cottage Sanitarium wird (Hance, New York med. Record, ref.Hyg. Rundschau. 1897. No. 10. S. 498) in Papiernäpfe gespuckt, welcheman in ein zum Theil mit feuchten Sägespälmen gefülltes, mit Petro-leum begossenes Fass wirft und dreimal wöchentlich verbrennt. Ein-schütten in Torfmulleimer und Verbrennen dieser Masse in der Kessel-feuerung führte in Oderberg zu colossaler Schmiererei am Kessel undKlagen des Heizers über Verlöschen des Feuers. Und gar Verbrennenim Zimmerofen, wie es das dortige frühere Reglement für offene Quar-tiere forderte, ist graue Theorie.

Kirchner empfiehlt (Centralbl. f. Bakt. 1891. S. 5), Gläser mitInhalt in einem dem Soxhlet ähnlichen Apparate zu kochen (Klempner-meister Schulze, Hannover. 25 Mk.); Blumenfeld hat dazu einen eigenengrossen Ofen angegeben (Zeitschr. f. ärztl. Polytechnik. 1896. No. 10.Gustav Mack, Frankfurt a. M.), Merke benutzt mit gutem Erfolg denvon ihm zur Vernichtung der Cholerakeime zusammengestellten Apparat.(Merke, Die Behandlung der Choleradejectionen im städtischen Kranken-hause Moabit - Berlin. Berl. klin. Wochenschr. 1692. No. 38. Gutt-mann, Bacteriologische Untersuchungen der im Kochzustande befindlichenFäcalien. Ebenda. Sangalli, Apparat zur Sterilisirung der Auswurf-stoffe der Cholerakranken. Ebenda. Kuhn, Krankenhäuser. S. 476.)

Die einfachste und wohl vollkommen genügende Entfernung ist dieEntleerung in den Abtritt, sei es in Fäcalientonnen (am Grabowsee mit23 proc. Lysol übergössen und- mit Torfmull bedeckt), sei es zum Ab-fluss in die Kanäle mit Klärung (Hohenhonnef für bestimmte Jahres-zeiten), sei es mit Verrieselung (Loslau). Dahin werden auch die Eimergeschüttet, in welche man die Spuekflaschen entleerte, was zumeist dieKranken selbst besorgen; in Sülzhayn nehmen dann noch Wärter eine.genauere Säuberung vor, in Brompton kocht man die Flaschen nach derEntleerung aus.