338 G.Liebe,
zu verdecken, bald mancherlei Formen, z. B. die Reiboldsgrüner sand-uhrförmigen „Blumentöpfe", der Spucknapf „Ideal" von Ausbüttel-Düssel-dorf, der „hygienisch-ästhetische" Pedalspucknapf von Glogau-Berlinu. v. a. Diese Fussbodenspucknäpfe haben aber allerlei Nachtheile.Sie werden oft umgestossen, Kinder und Hunde kommen ihnen zu nahe,nach Flügge's Untersuchungen wird das hoch herab in die Flüssigkeitfallende Sputum die gefährlichen Tröpfchen erzengen, endlich wird zumgrossen Theil daneben gespuckt. Ein Zugeständnis dieses Uebelstandesbilden die in Ruppertshein untergesetzten Linoleumscheiben, in BromptonHolzteller, und Achtermann sagt in seinem Laubbacher Prospecte, dasser nie mit Staub aus den Räumen der Brehmer'schen Anstalt Kanincheninficiren konnte, ausser einmal „und zwar durch den Staub von einerScheuerleiste, an der ein Spucknapf stand; offenbar hatte ein (?) Patientunvorsichtiger Weise seinen Auswurf neben den Spucknapf entleert."Zähes Sputum, das oft vom Munde bis zum Fussboden Fäden zieht,170 cm hoch richtig in den Napf zu bringen, ist schon mehrKunst.
Man hängt daher jetzt die Spucknäpfe etwa in Brusthöhe, so allesdies vermeidend. Nach Hohenhonnefer Muster (auch -in Falkenstein,Görbersdorf u. a. eingeführt) werden blaue mit einer Einkerbung ver-sehene Gläser von eisernen Armen gehalten. Für Volksheilstätten würde,wo nicht Wasserspülung vorhanden ist, der Predöhl'sche Emailspucknapfin Form eines Pantoffels mit Deckel (Steinhart und Henning, Bergedorf)zu empfehlen sein, wenn er auch nicht für eine Kunstgewerbeausstellunggeeignet ist (Oderberg).
In Schlafzimmern bringt man keine Spucknäpfe an, da sie zu Ziel-Übungen aus dem Bett benutzt werden (Weicker), sondern giebt jedemKranken auf sein Betttischchen .eine sanduhrähnliche Spucktasse (mitPappdeckel) oder ein leichter zu reinigendes sogenanntes kleines Urin-glas, welche auf unsere Veranlassung jetzt aus blauem Glase hergestelltwerden (von Poncet, Berlin). Für sehr Schwache empfiehlt Blumen-feld kleine Sb.ktinglappch.en, die man sofort in Lysol wirft. Ein eigen-artiges Spuckgefäss von Wellhöfer beschreibt A. Voll in der Münchenermed. Wochenschrift 1894, No. 45.
Für spazierengehende Kranke gab Dettweiler eine Taschenspuck-llasche an, welche, bequem zu handhaben, das Spucken auf den Fuss-boden auch in der Natur verhüten soll. Dies war gegen früher ent-schieden ein Fortschritt, und viele nehmen sich dieser Idee begeistertan. Das Taschentuch sollte zum Spucken gesellschaftlich geächtetwerden, verlangte Goldschmidt. Valiin fordert, dass man jedenirgend an Auswurf leidenden Menschen zur Benutzung dieses Instrumentsveranlassen solle (Sur ]a necessite des crachoirs de poche. Revue d'hyg.1896, XVIII, 4). In der Baseler Volksheilstätte in Davos hat manüberhaupt keine Spucknäpfe eingeführt, um nur Taschenfläschchen zubenutzen.
Nun ist aber doch zu bedenken, dass selbst bei guter Benutzung