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1 (1899)
Entstehung
Seite
337
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Sonderkrankenanstalten und Fürsorge für Lungenkranke. 337

u. s. w. in gemeinsame Schüsseln (auch Salznäpfe!) fahren, die Speisenanderer nicht berühren (Auswählen von Brödchen und dergl.), sollenbeim Husten, aber auch beim Räuspern, Messen ihr Taschentuch vor-halten, sich Hand und Mund durch fleissiges Waschen und Ausspülensauber halten. Den Auswurf sollen sie niemals verschlucken, aber auchnicht überallhin spucken. In Amerika fängt man an, das öffentlicheAusspucken zu verbieten, so in Chicago, in der New-Yorker Strassen bahngegen 5 Doli. Strafe, auch in Sidney und in Heran, auch bei uns inden Strassenbahnen grosser Städte (Wien, Hamburg), einigen Bahnhöfen,.Kirchen u. s. w. Anschläge mit solchen Verboten sollten sich in allenöffentlichen Gebäuden und auch an Strassen und Plätzen finden, denn esist unglaublich, wie oft auf der Strasse, nur dem hygienisch gebildetenBeobachter auffallend, ausgespuckt wird. Natürlich ist in Heilstätten erstrecht darauf zu sehen (in Heiligenschwendi steht eine Strafe von 1 Frankdarauf!) und durch mündliche und schriftliche Belehrung das Verständnissdieser Frage zu fördern. 1 )

Verbietet man aber das Ausspucken auf den Fussboden, so mussman auch für andere Spuckgelegenheiten sorgen. Zuerst für Spuck-näpfe. Man füllte dieselben früher mit Sand oder Sägespähnen (diesenoch in der Brehmer'schen Anstalt vor Kobert), auch mit Kaffeesatz(Wieblitz, über Verwendung getrockneten Kaffeesatzes zur Füllung derSpucknäpfe. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1895, S. 95). Anklingenddaran ist der in der Zeitschrift für Krankenpflege (1895, S. 223) beschrie-bene Holzklotz, dessen oberer Theil holzwolleartig aufgelockert ist. Erwird in einen Papierteller gesetzt und nach dem Gebrauche verbrannt.Auch Papierschüsseln mit gleichem Endziele werden empfohlen, so z. B.eine von v. Schroetter in Wien angegebene, wenige Pfennige kostende.(Berliner Krankenpflege-Sammlung No. 278.) Der bayrische Obermedi-cinalausschuss sprach sich gegen solche Papiernäpfe aus. (Münchenermed. Wochenschrift 1894, No. 7).

Man kam nach Cornet's Untersuchungen dazu, die Spucknäpfe mitAVasser zu füllen, mit oder ohne desinficirenden Zusatz (Königsberg-Goslar: Sublimat, Hohenhonnef: 5 pCt. schwarze Seife und 1 pCt. Kresol.ßrompton:Carbolwasser, Gonansky: Holzessig sem. med. 1895 No. 4.),das Beste ist jedenfalls die schon von Goldschmidt empfohlene, in derHeilstätte Loslau zum ersten Male praktisch eingeführte Wasserspülung.Einen Spucknapf mit Wasserspülung empfiehlt auch Hoessle (Zeitschr.f. Krankenpfl., 1898, No. 2, Seite 22). Nahm man früher als Spuck-näpfe einfache flache auf dem Fussboden stehende Schalen (Rupperts-hain, Königsberg), so brachte das Bestreben, das eingeworfene Sputum

') Der Heilstättenverein für Lungenkranke im Reg.-Bez. Oppeln hat die be-kannteBelehrung über die ersten Zeichen beginnender Lungentuberculose" und dieRathschläge für Lungenkranke" vereinigt und nach den im Vorstehenden erörtertenGrundsätzen von mir umgearbeitet im Verlage der Buchdruckerei E. Raabe in Oppelnerscheinen lassen. Preis für 50 Stück 4,00 Mk., über 100 Stück ä 5 Pfennige.