116 Dietrich,
Aus dem Rechenschaftsbericht für 1896 sei folgendes angeführt:
„Vom Direktorium sind mehrere neue Verträge wegen Ueberlassung vonAlbertinerinnen abgeschlossen worden: mit dem Stadtrathe von Reichenbach für dasdortige städtische Krankenhaus, mit der Verwaltung des Maria-Anna-Kinder-hospitals und des Krüppelheims in Dresden. An dem Kinderhospitale sind allein7 Schwestern thätig.
Sehr erfreulich ist die Wahrnehmung, dass namentlich in letzter Zeit häufigerjunge Mädchen aus höher gebildeten Kreisen bei den Albertinerinnen eingetretensind, um sich dem zwar schweren, aber auch reiche innere Befriedigung gewährendenBerufe als Krankenpflegerin zu widmen.
Ferner ist durch Vereinigung mit dem Stadtrath von Dresden die Fortführungder im Karolahause bestehenden öffentlichen Ilülfsstelle in erheblich vergrössertemUmfange ermöglicht worden.
Der Atbertverein erklärte sich gegen Zusicherung einer Beihülfe von 20000 Mk.aus städtischen Mitteln bereit, zur Aufnahme der Ilülfsstelle ein mit den nöthigenRäumen und der erforderlichen Einrichtung ausgestattetes Gebäude nach den imStadtbauamt entworfenen Plänen zu erbauen und die Ilülfsstelle zu unterhalten. Indieser wird Verunglückten oder auf öffentlicher Strasse plötzlich Erkrankten die ersteHülfe jederzeit gewährt, und zwar insoweit sie zahlungsfähig sind gegen Erstattungder Gebühren und Verläge nach einem vom Stadtrath aufgestellten Tarif, im Uebrigenaber unentgeltlich.
Nachdem die städtischen Behörden ihre Zustimmung gegeben, ist mit dem Baudes Hauses begonnen worden.
Auch an hochherzigen Spenden hat es nicht gefehlt. Frau Römer-Bienertstiftete ein Kapital von 50000 Mark zur Unterhaltung von 2 Freibetten im Karola-hause für hülfsbedürftige Arme aus dem Plauenschen Grunde. Fräulein OttilieKobes überwies dem Verein den Betrag von 10000 Mark mit der Bestimmung, dieZinsen zur Unterstützung armer, den besseren Ständen angehörender Frauen in Krank-heitsfällen zu verwenden.
Das Vermögen des Albertvereins beliof sich am Beginn des Jahres 1896 auf156530 Mark. Dazu kam im-Laufe des Jahres an Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen13453 Mark, an Geschenken und Zuwendungen 21722 Mark, an Vergütung für vonAlbertinerinnen geleistete Krankenpflege 25119 Mark, an Zinsen aus Grundstückenund Effekten 5800 Mark. Die Ausgaben beliefen sich auf 63537 Mark (darunter18676 Mark für die Albertinerinnen, 28000 Mark für den Baufond des Karolahausesu. s. w.) Das Vermögen betrug am Schluss des Jahres, einschliesslich Baarbestandesvon 8810 Mark, 162181 Mark. Die Freibettenstiftung des Karolahauses betrug amJahresschluss 313314 Mark, die Pensionskasse der Albertinerinnen 53754 Mark.
Die Zahl der Albertinerinnen belief sich im Jahre 1896 einschliesslich der Lehr-schwestern auf 169 (131 bei dem Hauptverein, 38 bei dem Zweigverein Leipzig). Neutraten ein beim Hauptverein 15, ausschieden 13, 1 starb. Zu den 13 freiwilligenAlbertinerinnen traten 3 hinzu, während 6 ausschieden. Für lange treue Dienste er-hielten 7 Schwestern Auszeichnungen.
Von den Albertinerinnen aus dem Karolahause waren stationirt: 41 in demKarolahause selbst, einschliesslich der Lehrschwestern, 27 in dem Stadtkrankenhausein Dresden, 2 in der Poliklinik des Albertvereins auf dem Kaiser-Wilhelmsplatze, 3in der Deutschen Heilstätte zu Loschwitz, 3 in der Kinderheilstätte für Neu- undAntonstadt Dresden (bis Anfang October), 6 in dem Maria-Anna-Kinderhospital (seitOctober), 1 in der Poliklinik des Maria-Anna-Kinderhospitals in der Hechtstrasse(seitOctober), 1 in dem Krüppelheim (seit November), 6 bei dem Zweigverein Chemnitz,2 bei dem Zweigverein Eb.ersbach, einschliesslich 1 Schwester bei dem Lokal-Zweig-