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1 (1899)
Entstehung
Seite
71
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Geschichtliche Entwicklung der Krankenpflege. 71

Karl Albrecht neu gegründet, nachdem der alte, aus der Zeit der Kreuzzügestammende St. Georgsorden aufgehoben und seine Besitzungen eingezogen wordenwaren. Im Jahre 1871 erfuhr der St. Georgsritterorden durch Ludwig IL eine voll-ständige Erneuerung, indem in seine Statuten als weiterer Ordenszweck:die Aus-übung der Werke der Barmherzigkeit durch Gründung von Spitälern und ähnlichenAnstalten" aufgenommen wurde. Seitdem bildet er ein Glied der freiwilligen deutschenKrankenpflege und zusammen mit dem bayerischen Landeshülfsverein und demFrauenverein das bayerische Landeskomite für freiwillige Krankenpflege. Ende 1897besass er 2 Krankenhäuser (Nymphenburg bei München und Stadt Brückenau in derRhoen), die Einrichtung eines dritten Krankenhauses, steht nahe bevor. Aus eigenenMitteln bestreitet der Orden für die Spitäler etwa 20000 Mark jährlich. Die Pflege-kräfte, die dem Orden im Kriegsfall zur Verfügung stehen, setzen sich aus Ange-hörigen katholischer Frauenorden zusammen und betragen etwa 200. Von den110 vorhandenen Mitgliedern stehen 39 (18 für den Kriegsschauplatz und 21 für dasInland) als Delegirte zur Verfügung.

2. Die evangelischen Krankenpflegevereinigungen 1 ).a) Die Diakonen und Diakonissen.

Die ebensowohl durch die Noth und Trübsal, als auch durch die Be-geisterung der Freiheitskriege angeregte Vereinsthätigkeit zum Zweckeder Ausübung der Werke der Barmherzigkeit hielt auch in den folgendenJahrzehnten an. Man hatte in den Kriegsjahren viel gelernt. Die barm-herzigen Schwestern und Brüder waren den evangelischen Kreisen einVorbild der selbstlosesten, aufopferndsten Liebesthätigkeit gewesen. All-gemein erkannte man, dass, wenn es zu einer reicheren Entfaltung derwerkthätigen Barmherzigkeit in der protestantischen Kirche kommensollte, eine grosse Schaar von Arbeitern und Arbeiterinnen nöthig sei,die sich ganz dem Dienste wahrer Nächstenliebe widmeten, nachdem siedafür unterrichtet und erzogen worden waren.

Man dachte zuerst in den reformirten Gemeinden am Rhein an dieWiederherstellung des altchristlichen Diakonisseninstitutes, das sich an dasdortige Presbyterium, das bestehende kirchliche Organ für die Armenpflegeanlehnen konnte. Pfarrer Klönne in ßieslich bei Weser Hess, angeregtdurch die segensreiche Thätigkeit der Frauen- und Jungfrauenvereine inden Befreiungskriegen, bald nach Beendigung derselben noch als Kandidatund Lieutenant a. D. der freiwilligen Jäger, bei denen er die Freiheitskriegemitgemacht hatte, in Schuderoff's Jahrbüchern einen Aufsatz erscheinenunter dem Titel:Ueber das Wiederaufleben der Diakonissen der alt-christlichen Kirche in unseren Frauenvereinen". Er suchte auch denKultusminister von Altenstein und den Prinzen Wilhelm von Preussen

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*) Die nachstehenden statistischen Angaben sind zumeist direkten Nachrichtenund Mittheilungen, die von Seiten hervorragender Mitglieder, z.Th. im Auftrage desVorstandes der Vereinigung mir auf meine Bitte bereitwilligst zugesandt wurden, ent-nommen, ebenso wie die neuesten Nachrichten über die kath. Ritterorden. Fürdiese entgegenkommende Unterstützung spreche ich auch hier meinen aufrichtigstenDank aus. (Der Verf.)