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gut eingerichteten Krankenhäusern gab es höchstens Krankenhäuser,die mangelhaft und dürftig eingerichtet und mit gemietheten, ungeschicktenund ungelehrten Pflegern und Pflegerinnen besetzt waren, und in dieKranke, sowohl reiche als arme nur mit dem grössten Widerstreben ge-bracht werden konnten. Es herrschte im XVII. und XVIII. Jahrhunderteine Zeit grosser Leere auf dem Gebiete der Krankenfürsorge in Deutsch-land auch in der katholischen Bevölkerung.
13. Die Freiheitskriege und die Neuzeit.
Das Interesse, das man im grössten Staate Deutschlands, inPreussen, Ende des vorigen Jahrhunderts und zu Beginn dieses Jahr-hunderts an der Armen- und Krankenpflege überhaupt nahm, gehtaus einem Bericht des Preuss. Staatsministeriums an König FriedrichWilhelm IV. hervor. Hiernach bestanden im Jahre 1845 Vereine zurErziehung verwahrloster Kinder, zum unentgeltlichen Unterricht armerKinder, zur Speisung, Bekleidung oder anderweitigen Unterstützung derArmen, zur Krankenpflege, Bürgerunterstützung und zur sittlichen undgesellschaftlichen Wiederherstellung der aus den staatlichen Strafhäusernentlassenen Sträflinge, in der damaligen preussischen Monarchie 1680: vondiesen 1680 Vereinen entfielen allein auf die Rheinprovinz 663, aufWestfalen 250, auf Sachsen 150, Brandenburg 300, Schlesien 135.Preussen 80, Posen 76 und Pommern 25. Es zeigt sich hier, inwie hervorragender Weise der Westen in jener Zeit den Osten imWettbewerb der freien Liebesthätigkeit überragte.. Die Betheiligung dereinzelnen Zeitabschnitte an der Entwickelung dieser Bestrebungen gehtaus folgender, demselben Bericht entnommenen Zusammenstellung her-vor: Von 917 Vereinen stand das Gründungsjahr fest, es fiel dasselbebei 5 Vereinen in das XV., XVI. und XVII. Jahrhundert, bei 52 in dasXVIII. Jahrhundert, bei 41 in das erste Jahrzehnt des XIX. Jahrhunderts,bei 44 in das zweite, bei 125 in das dritte, bei 334 in das vierte undbei 316 in die erste Hälfte des fünften Jahrzehntes.
Mit dem XIX. Jahrhundert, in der Zeit der Knechtschaft unter demfranzösischen Gewalthaber und in den Jahren der Kämpfe um dieFreiheit der Nationen, erwachte auch in Deutschland der Gedanke, dassman berufsmässige Arbeiter und Arbeiterinnen für die Dienste derBarmherzigkeit an Armen und Kranken haben müsse, dass man sichzum gemeinsamen Handeln vereinen müsse, um die nöthigen Mittel zurAusbildung solcher Helfer und Helferinnen zu sammeln, und dass manselbst mithelfen müsse. Während die Männer in den heiligen Kampfzogen, traten die Frauen in Vereinen zusammen und arbeiteten daheimzur Ausrüstung der Krieger, zur Pflege der Verwundeten und zur Ver-sorgung der zurückbleibenden Wittwen und Waisen. Diese Vereinewurden der Anfang dauernder Verbindungen von Frauen und Jungfrauenfür die Zwecke der Liebesthätigkeit. Und wie es nun in der katholi-schen Kirche an neugegründeten Kranken pflege Vereinigungen auch inDeutschland nicht fehlte, so begann auch die protestantische Kirche ein