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1 (1899)
Entstehung
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58
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58 Dietrich,

pflichtet. Zur anmittelbaren Theilnahme an der Aufgabe des Ordens verbinden siesich stets nur auf ein Jahr. Einzelne Zweige der Krankenpflegerorden der barm-herzigen Schwestern sind nur in der Anstaltspflege, andere sind in der Gemeinde-pflege thätig, andere pflegen nur Frauen, andere auch Männer, andere widmen sichnebenbei auch gefallenen Frauen und Mädchen, andere dem Unterricht.

Die Vincentinerinnen besassen am 1. Januar 1897 in Preussen zusammen

219 Niederlassungen mit 1638 Mitgliedern,nämlich Vincens-Mutterhaus: Culm 28

Fulda 34

Hildesheim 19

Nippes 19

Paderborn 68

Strassburg 9

Freiburg (B.) 2

y) Borromäerinnen.

Die Kongregation der barmherzigen Schwestern vom heil. Karl Borromäus istebenfalls eine Stiftung französischen Ursprungs. Auf einer Schenkung des HerrnEmmanuel Chanvenel von Xoudailles in Nancy, der im Andenken an seinen nur derdienenden Nächstenliebe gewidmeten, im Jahre 1651 in Toul an einer Seuche in derKrankenpflege verstorbenen Sohn, einen jungen Advokaten, handelte, wurde am18. Juni 1652 eine Wohlthätigkeitsanstalt (Kranken- und Siechenhaus) gegründet,deren erste Leiterin Barbara Thouvenin, Wittwe des Advokaten Nicolas Perrinin Nancy war. Diese versammelte eine Anzahl Wittwen und Jungfrauen um sich undlegte mit ihren Schwestern am 23. November 1662 Profess ab vor dem Probst vonSt. Georg in Nancy unter der Autorität des Bischofs von Toul, dem Nancy damalsunterstellt war. Damit wurde die Anstalt in eine Ordensgesellschaft (congregation)umgewandelt. Diebarmherzigen Schwestern", wie sie nun genannt wurden, wurdenvom Herzog Karl IV. von Lothringen, der den Orden durch Patentschreiben vom15. Mai 1663 (registrirt vom Lothringischen Hof am 2. Juni 1663), genehmigte undmit allen Privilegien der Häuser herzoglicher Stiftung autorisirte, in dem vom Gross-dechanten an der Hauptkirche in Nancy, Pater von Stainville, gestifteten Zufluchts-ort für Unglückliche untergebracht, der zunächst unter dem Schutze des heiligenKarl Borromäus zur Aufnahme armer Kinder bestimmt war. Die Schwesternwurden daher eigentlich nur durch Zufall nach diesem menschenfreundlichen Bischofvon Mailand die barmherzigen Schwestern vom heil. Karl Borromäus, oder kurzBorromäerinnen genannt. Die erste Superiorin war Anna Roger, Wittwe des herzog-lich lothringischen Staatsraths Nicolas Virion, der erste geistliche Obere, Bon deHazelt, Propst von St. Georg in Nancy. Die eigentliche Ordensorganisation erhieltendie Borromäerinnen erst unter der zweiten Vorsteherin Barbara Godefroy und demzweiten Oberen Epiphanias Louys, Abt von Estival und Generalvikar der Prämonstra-tenser. Im Jahre 1712 waren schon 7 Filialanstalten vorhanden (nämlich Nancy, Lunc-ville, St. Niclas de Port, Mirecourt, St. Die, Commercy, St.Milliel. Im Jahre 1793 wurdeder Orden im Sturm der Revolution äusserlich aufgelöst doch hielten die Schwesternunter den schwierigsten Verhältnissen im Stillen zusammen, immer von der mord-lustigen Menge mit dem Tode bedroht, bis sie im Jahre 1804 am Tage der heil.Maria Magdalena das Ordenskleid wieder anlegen durften. Im Jahre 1810 wurde dieerste deutsche Stadt eingenommen, indem das herrliche Hospital von Trier (SOOBetten)den Borromäerinnen übergeben wurde. Dort wurden von 18131815 noch weitere4 Spitäler übernommen. In dieser kurzen Zeit verlor der Orden 50 Schwestern an