Geschichtliche Entwicklung der Krankenpflege. 53
Privatwohnungen, besonders bei Geisteskranken. Die französische RevolutionHess sie verschwinden.
e) Die Kongregation Santa Maria della pietä de poveri pazzi.
Im Jahre 1564 bildete sich in Rom eine besondere Pflegerschaft für Geistes-kranke an dem im Jahre 1548 gegründeten Hospital Santa Maria della pietä de po-veri pazzi. Das Hospital ist später mit dem archespedale san spirito verbunden, wodie Pllegerschaft noch jetzt wirkt.
'Q Confraternitä della perseveranza.
Im Jahre 1663 wurde in Rom eine Brüderschaft gegründet, die gleich den altenParabalanen hilfsbedürftige Fremdlinge in den Herbergen aufsuchten und ihnen jedenBeistand leistete. Die Leichen der Verstorbenen bestattete sie zur Erde.
rj) Die Väter des guten Sterbens.
Die regulirten Kleriker des heiligen Camill de Lellis. Derselbe, ursprünglichein ausschweifender venezianischerSöldner, der vergebens um dieAufnahme in denKapuzinerorden gebeten hatte, da er durch ein Fussgeschwür untauglich war, lernteim Jacobshospitale der Unheilbaren mehrere Jahre hindurch die Krankenpflege, er-hielt 1585 ein eigenes Haus, als Sitz der von ihm geschaffenen Kongregation zurPflege Schwerkranker und Sterbender und wurde vom Papst Sixtus V. als Stifter undVorsteher seines Ordens bestätigt,'unter Auferlegung der drei Geistlichen Gelübdeund dem vierten, den Kranken im Sterben, besonders in Pestzeiten, beizustehen. InRom nahmen sie ihren Sitz bei der Magdalenenkirche, von hier verbreiteten sie sichüber die Hauptstädte Italiens. Im Jahre 1591 erhob Papst Gregor XII. den Ordenzu einem geistlichen, Clemens VIII. ertheilte ihm 1592 wichtige Rechte und Privile-gien. Zweigniederlassungen entstanden imJahrel590 in Nola,1594 inMailand, Genua,1597 in Bologna, 1600 in Mantua und. 1603 in Ferrara, so dass Paul V. die Kongre-gation im Jahre 1605 in 5 Provinzen theilte, während Innocenz X. im Jahre 1644unter Aufhebung der kleinen Klöster die Zahl der Provinzen auf 2 herabsetzte. SeinNachfolger dehnte sie dann wieder auf 4 aus.
In Italien ist der Orden jetzt noch verbreitet. Seine Häuser zerfallen in Profess-häuser, Noviziat- und Siechenhäuser. Die beiden letzten dürfen Einkünfte besitzen,die ersten nicht. .Das Noviziat ist zweijährig. Ausser den 4 Gelübden der Kranken-pflegeorden, logen sie noch 4 Gelübde ab: 1. im herkömmlichen Krankendienst nurdann eine Aenderung herbeizuführen, wenn diese dem Kranken zum grösseren Vor-theil gereicht, 2. kein Eigeuthum, das den Häusern gehört, zu beanspruchen, 3. nachkeiner Würde ausserhalb des Ordens zu streben und den dem Superior anzuzeigen,der solches thut, 4. solche Würde nur mit päpstlichem Dispens anzunehmen. InSpanien wurden die Väter des guten Sterbens: Agonizanten genannt.
Einige weniger bedeutende, sich der Krankenpflege widmende Hospitaliterordenaus den ersten Jahrhunderten der Neuzeit seien hier kurz erwähnt: Die Brüderdes Ordens vom heiligen Hippolyte, die 1585 in Mexico von Bernardin Alvarezgegründet wurden. Die Bethlehemiter, die 1650 in Guatemala und Westindienihr Werk begannen, und die Hospitaliter vom heiligen Joseph oder der heiligenDreieinigkeit, die sich 1642 mit kanadischen Missionaren vereinigten.