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sorgt werden, mit Leuten, die sie warten, mit Essen, Trinken, Betten, Laken u. s. w.,damit geschieht ein Gottesdienst gegen solche Leute. Auch wird damit verhütet,dass sie andere Leute mit der Pestilenz nicht vergiften. Dazu sollten alle frommenLeute mildiglich geben, denn es ist befunden, dass man vielen helfen kann, dass siedie Pestilenz los werden." (Braunschweiger Kirch.-Ord. S. 219. Lübecker Kirch.-Ord.S. 160.) Doch fehlte es am geschulten Personal. Wenn auch die alten Kranken-pllegerorden nicht viel mehr geleistet hatten, so hatten sie doch zum Theil selbstdie Krankenpflege praktisch erlernt, zum Theil ihren Dienstboten gelehrt oder lehrenlassen. In der lutherischen Kirche gingen sie nun ohne Ersatz unter. Bei der da-mals durchaus berechtigten, im Ganzen freilich einseitigen Abneigung des Protestan-tismus gegen alles Anstaltliche war man gegen jede Brüder- oder Schwesterschaft.„Ein jeder sei des andern Spitalmeister und Pfleger", sagte Luther, und bestimmte,dass die Almosenempfängerinnen in den Gemeinden auf Erfordern auch den Dienstder Krankenpflege zu übernehmen hatten. In Augsburg wurden die in den Gottes-häusern wohnenden armen Frauen verpflichtet, auf Erfordern auch Krankenpflege zuüben. Es lässt sichhieraus ermessen, wiegering man in protestantischen Kreisen damalsdie Krankenpflege schätzte. „Man musste Pfleger und Pflegerinnen für Geld dingen underhielt eben auch nur solche, die so um des Lohnes willen als aus Liebe dienten."(Uhlhorn.) Herzog Ludwig von Württemberg machte 1587 eine Stiftung für vierehrbare Frauen, die zu Krankenwärterinnen bestellt werden sollten, und für die erdann auch auf die Erwerbung eines Hauses bedacht war, „wo sie ihren Unterschlupfhaben und wo Hofgesinde, Knechte und Jungen, so keine Haushaltung haben, undetwa in Krankheit fallen, Pflege und Wartung finden." Uhlhorn sieht hier das Vor-bild des späteren Diakonissenmutterhauses.
In der reformirten Kirche finden sich ähnliche Spuren.
Calvin richtete zwei Arten von Diakonen ein, solche, die Almosenvertheilungbesorgen, und solche, die die Alten und Kranken verpflegen sollten. Die WeselerSynode von 1568 findet es angemessen, in den grossen Städten bewährte und ältereFrauen zum Diakonissendienst nach dem apostolischen Vorbilde zu wählen. In Folgejenes Beschlusses bestand thatsächlich das Diakonissenamt in Wesel von 1575—1610zum grossen Segen der Gemeinde. In der lutherischen Kirchenordnung der StadtMinden werden auch Frauen bestimmt, „die den Bedürftigen dienen sollten." Dielutherisch gewordenen Stifte Keppel bei Siegen und Walsdorf in Nassau hatten ihreDiakonissen unter ihren adeligen Stiftsdamen. Musterhaft war die Gemeinde-pflege in Emden, wie sich aus einem 1594 erstatteten Bericht ergiebt: Daselbstbestanden 4 Diakonien, die erste, die Spitaldiakonie für alte, schwache Männer undFrauen, sowie für die in den Spitälern untergebrachten Waisen, durchreisendenArmen und Kranken, befand sich im verlassenen Barfüsserkloster mit 6 Vorstehern,die dreimal im Jahre eine Haussammlung abhielten und sonntäglich in der Kloster-kirche sammelten. Die zweite Diakonie war die der in ihren eigenen Häusern undWohnungen sich aufhaltenden Armen und Kranken. Die ganze Stadt war für diesePflege in 6 Kluften abgetheilt und zur Bedienung der Bedürftigen 32 Gemeindemit-glieder bestimmt, nämlich 8 Hauptdiakone und 24 Unterdiakone. Eine dritte Diakoniebestand für die Schiffer, die vierte war die Diakonie der Fremdlinge, der um ihresGlaubens willen vertriebenen und. in Emden gastfreundlich aufgenommenen Glaubens-genossen. Der Fürst von Sedan, Heinrich Robert von der Mark, der im Jahre 1559mit seinen Unterthanen die Reformation annahm, benutzte die eingezogenen Kloster-güter u. A. auch zur Stiftung einer Gemeinschaft der „Jungfrauen der Barmherzigkeit"zur Pflege Armer, Alter und Kranker. Diesen „Alles de Sedan" ähnlich waren die„dames de Rochelles". Immerhin war die Fürsorge für die Hilfsbedürftigen damals in