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1 (1899)
Entstehung
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44 Dietrich,

der Orden schliesslich an dem Widerstreit der humanen und hierarchischen Richtungunter seinen Mitgliedern. Im XVI. und XVII. Jahrhundert waren an die Stelle vonKrankenpflegern Grossmeister, Komthure und Officiere getreten, die die reichenOrdenseinkünfte verprassten. Die Krankenpflege war unterdessen in die Hände vonbarmherzigen Brüdern und Schwestern übergegangen, die alle vorausgegangenenLeistungen auf dem Gebiete der Anstalts- und Gemeindekrankenpflege weitübertrafen.

Ilospitaliterinnen.

I. Während wir schon eine Reihe von Ilospitaliterinnen kennen gelernt haben,die wie die von Siena, Albrac, San spirito in Sassia, Burgos und Andere, einerBrüderschaft affiliirt waren, traten auch selbstständige Laienschwesterschaften imMittelalter in Erscheinung, die sich der Krankenpflege und den Werken der Barm-herzigkeit widmeten. In erster Linie stehen dieElisabethinerinnen". Elisa-beth, Tochter des Königs Andreas IL von Ungarn, Gemahlin des Landgrafen Ludwigvon Thüringen, gründete am Fusse der Wartburg 2 Hospitäler, in denen sie selbstdie niedrigsten Dienste verrichtete. Sie hatte sich die dritte Regel des heil. Franzvon Assisi (geb. 1182, gest. 1226) schon frühzeitig zu eigen gemacht: Einfachheit,Entsagung aller Eitelkeit, aller Rechtshändel, aller weltlichen Vergnügungen, Unter-stützung von Armen und Kranken. Als solche trug sie eine Art Ordenskleid undGürtel unter ihrer sonstigen Kleidung. Nach dem Tode ihres Mannes (1227) zog sichdie 22jährige Wittwe in ein von ihr in Marburg gegründetes Hospital zurück undlegte die drei geistlichen Gelübde ab. Bald versammelte sich um sie ein Verein vonWittwen, Frauen und Jungfrauen, dieElisabethinerinnen" genannt wurden. Elisa-beth starb schon im Jahre 1231 am 19. November und wurde 4 Jahre nach ihremTode heilig gesprochen. Ihr Verein blühte als Laienschwesternschaft für Kranken-pflege weiter unter dem Schutz des deutschen Ordens, dem Elisabeth ihre Stiftungenunterstellt hatte. Im Jahre 1395 wurden die Elisabethinerinnen Klosterfrauen unterihrer Oberin Angeline vonCorbare, einerTochter Jacobs von Annibali in Fuligno.Sie nahmen eine klösterliche Regel an, nach der sie ausser den drei allgemeinenGelübden noch das der beständigen Krankenpflege und der Klausur ablegten. DieMitglieder machen zunächst eine Probezeit durch, dann das Noviziat, aber selbst einJahr nach der Einkleidung ist den Schwestern gestattet, den Orden zu verlassen,später ist dies nur durch eine päpstliche Dispensation möglich, doch dürfen die Aus-geschiedenen niemals heirathen. Im Jahr 1397 errichteten sie das erste Klostor derElisabethorinnen. Papst Martin V. ertheilte ihnen im Jahre 142.1 die Erlaubniss, nochandere Häuser ihres Ordens errichten und eine Ordensgeneralin wählen zu dürfen.Pius IL hob die Erlaubniss 1459 wieder auf und bestimmte, dass jedes Kloster eineOberin haben und diese dem Provinzial der niederen Brüder oder dem Bischöfe derbetr. Diözese untergeordnet sein sollte. Seit 1622 sind die Elisabethinerinnen inAachen, seit 1710 in Wien, seit 1736 in Breslau und seit 1841 in Essen. Sie pflegeneigentlich nur weibliche Kranke, doch haben die Schwestern während der Erstürmungder Stadt Wien im Jahre 1848 von dieser Regel zahlreiche Ausnahmen gemacht unddie verwundeten Soldaten und Kämpfer gepflegt.

2. Ilospitaliterinnen der heiligen Katharina in Paris werden schonum das Jahr 1180 erwähnt. Jedoch wird erst im Jahr 1328 von einer Schwesternschaftgesprochen. Sie hatten die Aufgabe, arme fremde Mädchen drei Tage lang zu ver-pflegen und die in den Gefängnissen, auf den Strassen etc. Verstorbenen zu begraben.Der Krankenpflege widmeten sie sich erst seit Ende des XIII. Jahrhunderts.

3. Im Hotel Dieu in Paris waren seit dem Jahre 1217 38 Schwestern untereiner Meisterin und unter der Oberaufsicht des Kapitels von Notre Dame in der