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1 (1899)
Entstehung
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37
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Geschichtliche Entwicklung der Krankenpflege. 37

della scala de Siena. Für die, die Soor in seinem Hospital mit der Krankenpflegebeschäftigte, schrieb er Kleidung und Lebensordnung vor und zwar für Brüder so-wohl als auch für Schwestern. Soor's Einrichtungen fanden soviel Beifall, dassviele ähnliche Anstalten in Italien dem Hospitale della scala unterstellt wurden.Man berief Brüder und Schwestern aus Siena, um in den anderen Orten ihre Ord-nuno- einzuführen. Der Rector (Hospitalmeister in Siena) besuchte die auswärtigenHospitäler als Oberer und setzte die dortigen Hospitalmeister ein. Auf diese Weisekamen die Hospitäler in Florenz, Rieti, Todi, St. Salino, Barberino etc. unter dieAnstalt in Siena. Als sie sich dieser Unterordnung später entzogen, gingen sie ein,oder wurden aufgehoben (1550). Die Kleidung der Genossenschaft bestand in einemschwarzen geistlichen Rock mit einer Kappe darüber, die ein Bischofsmäntelchenschmückte, auf dem links eine Leiter mit 3 Sprossen und ein Kreuz von gelberSeide gestickt war. Das Haupt bedeckte eine leinene, unter dem Kinn zugebundeneHaube, die nur vor dem Papste abgenommen wurde. Auf die Haube wurde einrundes aufgeschlagenes Barett gesetzt.

2. Das schon erwähnte Hospital Albrac (Aubrac), gegr. 1120, war miteiner Hospitalitergenossenschaft (Brüder und Schwestern) verbunden, die nach derRegel des heiligen Augustin lebten. Durch ihren Reichthum wurden sie im Laufeder Jahrhunderte so von ihrem eigentlichen Zweck abgebracht, dass sie im 17. Jahr-hundert, um ihre Pfründen besser geniessen zu können, sich nicht mehr zur Ab-legung der feierlichen Gelübde verstehen wollten. Auf den Rath Ludwig Gastonsvon Nouilles zahlte man den noch vorhandenen Hospitalitern Jahrgelder und übergabdie Anstalten den regulirten Chorherren von der Verbesserung in Chancellade.

3. Die nach Rom und anderen heiligen Stätten wallfahrenden Pilger wurdenan den Flussübergängen vielfach durch die Habgier der übersetzenden Schiffer schwergeschädigt. Deshalb bildeten sich Brüderschaften, dieaufselbstgezimmertenFlössenoderBrücken ein spitzgestielter Hammer bildete auch später noch das Symbol dieserPontifikalbrüder die Reisenden übersetzten oder an den Ufern Hospize er-richteten, um die Pilger zu geleiten und die Kosten der Ueberfahrt zu bestreiten.Als das älteste dieser Hospize gilt das bei Lucca auf dem Wege von Florenz nachRom am Ufer des Arno errichtete. Eine Zweigniederlassung dieses Hospizes undseiner Brüderschaft ist das von Saint Jaques de Haut Pas im südlichen Frankreich.Es wird dem heiligenBenezet (kleinerBenedict) zugeschrieben, weildieserunter wunder-samen Umständen im Jahre 1177 an einer Haut Pas genannten Stelle bei Avignon fürdie nach Rom ziehenden Pilger eine Brücke über die Rhone schlug. Die Hospitalierspontifes hatten, als die Wege geebneter und die Flüsse durch sichere Brücken über-brückt waren, ihren eigentlichen Zweck mit dem der Pflege in ihren Hospitälern undKrankenhäusern vertauscht und gelangten unter der Leitung eines Grossmeisters, derin Italien und eines Komthurs, der in Frankreich residirte, zu hoher Blüthe. Besondersberühmt war die Hospitalbrücke von Pont Saint Esprit, die im Jahre 1265 begonnenund 30 Jahre hindurch gebaut wurde. Die Brückenbrüder schlössen sich später zumTheil an die Johanniter an, zum Theil wurden sie im Jahre 1519 säkularisirt undunter die weltlichen Geistlichen gerechnet, wegen ihres weissen Gewandes nannteman sie dieweissen Priester''. Im Jahre 1672 wurde der Orden mit vielen andernaufgehoben.

4. Eine Gruppe von Hospitalbrüderschaften wird gebildet durch die regulirtenBrüder, Geistliche oder Chorherren (Canonici) vom Orden des heiligenAugustin, die sich mit der Kranken- und Armenpflege beschäftigten. Sie warenin einzelne, anscheinend nicht zusammenhängende selbständige Pfleger- und Brüder-schaften in Frankreich, sowie im Süden und Westen Deutschlands an Armen-,Pfründen- und Krankenanstalten beschäftigt. So erhielten regulirte Brüder aus