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Spittler (Medicinalwesen), Trappier (Ausstattung und Bekleidung) und der Tressler(Finanzminister und Domainenvorsteher etc.) hinzukam. Am Sitz des Ordens warendie obersten Gebietiger: der Grosskomthur, der Oberstmarschall, der Oberstspittler,Obersttrappier und Obersttressler. Dem Oberstspittler, dem ältesten und ehr-würdigsten Amte, war die oberste Aufsicht über die Firmarien, sowie über dieKranken und die Anstellung der Aerzte anvertraut. Das Spital in Elbing war dasgrösste in Preussen und Sitz des Oberspittlers. Im Haupthause in Marienburg waren2 Firmarien, eine für alte und kranke Ritter, Brüder, Priester, Pfaffen, dies die sog.Herrenfirmarie, die andere für die Knechte, das Hof- und Hausgesinde, sowie fürsonstige Kranke.
Den Deutschrittern standen ebenso wie den Johannitern und den meistenItospitalitergenossenschaften von Anfang Frauen (Schwestern) zur Seite, zur Unter-stützung in der Pfl«ge der Gebrechlichen und Kranken. Sie zerfielen in Voll-schwestern, Conventualinnen, die durch die drei geistlichen Gelübde nach einemProbejahr dem Orden verbunden, in den Schwesterhäusern des Ordens in Conventenvereinigt, der Krankenpflege walteten, sie trugen weisses Kleid mit schwarzem Kreuz,durften die Schwesternhäuser nie verlassen und standen unter Priorinnen und einerMeisterin. Ferner waren Halbschwestern vorhanden, die dem Orden ebenfalls durchdie drei geistlichen Gelübde verbunden waren, aber von der Klausur befreit warenund ausgehen durften, auch . nicht im Ordenshause schliefen, deshalb „Ausgehe-schwestern" . genannt wurden. Sie waren zu niederen Diensten, aber auch zurKrankenpflege bestimmt und trugen ein halbes Kreuz auf dem Kleide. Ueber ihreGeschichte sind nur spärliche Nachrichten vorhanden: In Bern bestand seit demJahre 1342 ein Schwesternhaus (Frauenkloster des deutschen Ordens im Rüwenthal)ein zweites befand sich im Wippthale bei Sterzing (unter dem Namen des heiligenGeistspitales). Ferner wurde in der niederländischen Provinz Drenthe 1271 von denRittern der Bailei Utrecht das Schwesternhaus zu Bun, dann im Jahre 1299 das Hausder deutschen Schwestern in Schotten, auch Oldeschott genannt, in der ProvinzFriesland, Bailei Utrecht, gegründet. Erwähnt werden noch das Nonnenkloster desdeutschen Ordens bei St. Katharina in Frankfurt a. Main, ferner die Häuser in Bremen,Sachsenhausen, Hitzkirch, Speier und Lüttich, wo nur „Ausgehschwestern" waren.
2. Die nichtritterlichen Krankenpflegegenossenschaften.
«) Beginen und Begarden.
. In einer Zeit, in der die Zahl der verwittweten Frauen und unverheirathetenMädchen in Folge andauernder Kriege (besonders der Kreuzzüge) die Zahl der Männerund Versorger in ausserordentlicher Weise überstieg, bildeten die unversorgten FrauenundJungl'rauenErwerbsgenossenschaften, die ihnen Unterhalt, Erwerb und Versorgungim Falle der Krankheit oder Alter gewährleisteten. Dies ist der erste Zweckder Gründung von Beginenconventen gewesen. Später als die Kirche die Existenzder Beginen in Frage stellte, wurden sie auch zu religiösen Motiven gedrängt. Wäh-rend einige wohlhabende, auch reiche Beginen in den Urkunden erwähnt werden,zum Beispiel die Seslindis, die 1295 dem Kloster Arnsberg ein Gut schenkte, danndie Sevilia, die 1342 in Mainz einen Altar schenkte und mit Einkünften ausstattete,galten die Beginen im Allgemeinen als Arme, die man unterstützen müsse. DurchLegate und Schenkungen wurden einige Beginenhäuscr wohlhabend, auch reich, meistaber waren es Armenhäuser für Frauen- resp. Krankenheimstätten. Der Ursprungdes Namens steht nicht fest. Am meisten wahrscheinlich klingt die Ansicht, dassder Name mit dem Pfarrer Lambert de Begue oder Begues in Lüttich zusammenhängt.