Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
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30
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30 Dietrich,

Ritter zu gründen. Da Herzog Friedrich starb, ehe die Bestätigung der neuen Stiftungdurch Clemens III. anlangte, erfolgte die Wahl der ersten 40 Ordensritter durchKönig Heinrich von Jerusalem. Hermann Walpoto wurde.zum Meister gewählt. AlsAccon mit französischer Hülfe am 12. Juli 1191 erstürmt war, gründeten die Deutsch-ritter in der eroberten Stadt ein deutsches Haus nebst Hospital und Kirche mit be-sonderen Festungswerken umgeben. Neue Satzungen theilten die Mitglieder ein inStreiter und Pfleger, zu denen etwa 30 Jahre später auch Priester traten. Als ersteeuropäische Besitzung erhielten sie vom Kaiser Heinrich VI. ein Spital in Barletta inSizilien geschenkt. Zu den frühesten Niederlassungen in Deutschland gehörte der inHalle a. S. beim Spital der heiligen Kunigunde gegründete Convent,Das deutscheHaus zu Halle", 1204. Damals wurde die BaileiThüringen" errichtet unter demOrdensmeister Hermann Barth (12061210). Die Bailei Oesterreich wurde gegründetmit der Uebernahme des Spitals zu Friesacli in Kärnthen. Die Bailei Koblenz mitder Uebernahme der Kirche und des Spitals in Wiesbaden und des Hospitals St.Florian in Koblenz, das schon 1110 gegründet, im Jahre 1216 dem Orden übergebenwurde. Die Bailei Hessen wurde eingerichtet nach der Uebernahme des von derheiligen Elisabeth in Marburg gestifteten Hospitals. Der Orden blieb jedoch klein anZahl und Macht, bis er unter dem Ordensmeister Hermann von Salza (12101239)von Kaiser Friedrich II. reich beschenkt wurde mit Gütern und Privilegien. 1214wird das Spital in Altenburg, 1216 das in Ellingen, 1222 das reiche Hospital inSachsenhausen erwähnt, ferner in dieser Zeit die Spitäler in Saarburg, Speier, Vil-vorde, Sterzing, St. Mariae in Wibetal bei Sterzing, Neuss, Köln, Bremen und vorallem in Nürnberg das Spital der heiligen Elisabeth, das das Hauptspital desOrdens in Deutschland wurde, wie das von Elbing das Hauptspital in Preussen.

Aus dem von König Andreas von Ungarn dem Orden geschenkten Land Burzawurden die Ritter von Andreas selbst 1225 wieder vertrieben, nachdem sie es be-festigt und kolonisirt hatten. Nach Accons Fall im Jahre 1295 verliessen dieDeutschritter das gelobte Land und siedelten nach Venedig und 1309 nach Marien-burg über. Hier im heidnischen Preussen war schon seit 1226 vom Orden mit Erfolgkolonisirt und das Land urbar gemacht worden. Das Wirken des Ordens an denUfern der Ostsee ist von der grössten Bedeutung gewesen für die Ausbreitung desChristenthums, der Gesittung und des Wohlstandes in den weiten Ländergebieten,die die Wiege Preussens werden sollten.

Herzog Konrad von Knjavien und Masovien berief den deutschen Orden zur Be-kämpfung der an seine Länder grenzenden heidnischen Preussen zu sich, indem erihnen das ihm von den Preussen entrissene Kulmerland und alle von ihnen noch zuerobernden Ländereien verhiess. Im März 1226 verlieh Friedrich IL dem HochmeisterHermann v. Salza und seinen Nachfolgern das Kulmerland und Alles, was sie nocherobern würden als Lehen des Reiches. Hierdurch erhielten die Hochmeister Reichs-fürstenwürde und fügten nun ihrem Wappen noch den schwarzen Adler an. ImJahre 1230 wurde Hermann Balk mit Rittern und Reisigen nach Preussen gesandtund zum Landmeister ernannt. Nach heissen Kämpfen während der nächsten 53 Jahrebesass der Orden das Land von der unteren Weichsel bis zur Mitte der Memel. 1237trat der zur Bekämpfung der Liven, Kuren und Esthen gestiftete Orden der Schwert-brüder in den deutschen Orden über, der hierdurch Kurland, Semgallen und Livlandgewann, während Esthland im Besitz der Dänen blieb. In der zweiten Hälfte desXIII. Jahrhunderts waren die Besitzungen des Ordens am ausgedehntesten, es wurdendamals gezählt die Landkomthureicn: Livland, Preussen, Deutschland, Oesterreich,Apulien, Sicilien, Spanien, Romanien (griechisches Kaiserreich), Armenien undschliesslich Palästina, das direkt unter dem Hochmeister stand. Bis auf Livland,Preussen, Deutschland und Oesterreich gingen jedoch alle Komthureien sehr bald