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Hospital 2 Schneider und einen Schuhmacher, nebst 4 Gehilfen. Täglich sollen30 Arme beköstigt und an 3 Tagen der Woche ausserdem den Bedürftigen Wein,Brod und Speisen gespendet werden. In der Fastenzeit soll sodann jeden Sonnabendan dreizehn Armen die Fusswaschung verrichtet und dieselben mit Kleidern undGeldgeschenken versehen werden. Ebenso sollen die aus der Gefangenschaft imHospital Ankommenden ein Almosen erhalten, alle von ihren Eltern verlassenenKinder im Hospitale Aufnahme finden, ja sogar arme Brautpaare auf Spitalkostenverheirathet werden. Diese erhebende sociale Wirksamkeit des Ordens wurde nachRogers Zeit noch bedeutender. Johann von Würzburg berichtet, dass er im Hospitalin Jerusalem 2000 Kranke angetroffen habe, und dass 50 Todesfälle an einem Tageeintraten. Die Verehrung und der Ruhm, den der Orden als Wohlthäter der Armenund Kranken fand, soll selbst Saladin veranlasst haben, sich in Accon in dasHospital aufnehmen zu lassen, um sich dort von der selbstlosen Arbeit der Johanniterzu überzeugen.
Die Johanniterschwestern verdienen besonderer Erwähnung. Schon mitRücksicht darauf, dass es zur Zeit der Gründung des Hospitals St. Johannis in Jerusalemallgemein üblich war, nicht nur Hospitaliter, sondern auch Hospitaliterinnen fürdie Pflege der Frauen und Kinder der Pilger, aber auch für die allgemeine Kranken-pflege in dep Bund des Hospitals anzunehmen, und aus kleinen Zügen, wie dieslatutenmässige Bestimmung über die im Hospitale zu erwartenden Geburten, mussgeschlossen werden, dass es nicht gerechtfertigt ist, den Johanniterschwestern dieKrankenpflege überhaupt abzusprechen, wie es Uhlhorn thut. Auch aus demfolgenden spricht Manches dafür, dass die Johanniterinnen im Sinne der damaligenZeit, namentlich in den ersten Jahrhunderten, die Krankenpflege ausübten, wie dieHospitaliterinnen des Soor oder des Ordens vom heiligen Geist. Dass sie sichspäter in adelige Stiftsdamen verhandelten, die von ihrer Pfründe lebten, ist beidem Vorbild, das ihnen durch den Hauptorden selbst gegeben wurde, nicht auf-fallend.
Die Johanniterschwestern waren als consorores dem Orden beigefügt. ImGeneralkapitel von 1262 wurde beschlossen, dass im Hinblick auf den Nutzen, derdem Orden aus der Aufnahme solcher Schwestern erwachse, und auf den Schaden,den ihre Abweisung bringen könne, die Ordensprioren befugt sein sollten, Schwesternaufzunehmen, jedoch nur solche, die in keiner Weise mehr in jugendlichem oder ver-dächtigem Alter ständen. An einzelnen Orten hatten die Johanniterinnen einen Convent,■/.. B. in Villingen und standen dann unter einer Priorin. Aus der Geschichte derJohanniterinnen ist uns folgendes bekannt: Im Jahre 1099 war eine Römerin Agnesdie Superiorin der Hospitaliterinnen zum heiligen Johannes. Auch sie gründeten hierund da Niederlassungen durch die zurückkehrenden Pilger herbeigerufen und einge-führt. 1182 wurden in England mehrere ihrer Genossenschaften zu einer einzigen,der in Buckland, verschmolzen, die bis zur Reformation bestanden hat. Nach derEroberung Jerusalems durch Saladin scheint sich die grössere Zahl der Schwesternnach Spanien gewandt zu haben, wo Königin Sancha, Tochter des Königs Alfons vonKastilien und Gemahlin Alfons II. von Arragonien in Sixena zwischen Sarragossaund Lerida, ein Kloster der Johanniterinnen zur Aufnahme armer adeliger Mädchengründete. Die Schwestern verpflichteten sich, für den Johanniterorden zu beten undim Dienste des Hospitals Werke der Barmherzigkeit zu thun. Sixena stand bis 1470unter dem Grossmeister, dann stellten sich die Johanniterinnen direkt unter den Papst,um schliesslich Ende des 16. Jahrhunderts wieder mit dem Ritterorden insofern inVerbindung zu treten, als die Schwestern jedem neuen Grossmeister durch einen Be-vollmächtigten den Eid der Treue leisteten und dem Schatze des Ordens ein silbernesGefiiss verehrten. Dass die Sixenaschwestern der Kranken- und Armenpflege seit dem