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zum Grossmeister (16. December 1798) zogen fast alle Staaten die Ordensgüter eimNach Napoleons I. Sturz versuchte der Orden, sich wiederherzustellen, doch ohneErfolg. 1829 erlaubte ihm der Papst die Verlegung des Ordenskapitels nach Perrara,1834 nach llom, wo es sich seitdem befindet. Auf Oesterreichs Andringen wurdendem Orden mehrere seiner Besitzungen in den italienischen Staaten zurückgegeben.Kaiser Ferdinand 1. stiftete 1841 das lombardo-venezianische Ofrosspriorat, so dassder Orden heute noch aus der deutschen (österreichisch) und italienischen Zunge be-steht. Seit dem Tode des letzten Grossmeisters Johann Tammaris 1805 hatte derOrden nur einen Grossmeisterstellvertreter, bis Papst Leo XIII. durch die Bulle vom28. März 1879 die Würde des Grossmeisters wieder herstellte. Am Kaiserlichen Hofein Wien unterhält der Orden, der als souverain gilt, eine Gesandtschaft. Das Hospizin Jerusalem, dessen Protektorat der Kaiser von Oesterreich übernommen hat, wirddurch gemeinschaftliche Beiträge des gesammten Ordens erhalten.
Bezüglich der Einführung des Ordens in die Länder der einzelnen Zungen, istbekannt, dass sich die Johanniter 117G in Spanien niederliessen und hier unter demNamen der Ritter von St. Jago Calatrava y Alcantara im Kampfe gegen die Araber,denen sie Valencia entrissen, grossen Ruhm erwarben. In England bildete Coventryden Hauptsitz des Ordens, der schon im Jahre 1221 bedeutende Privilegien erlangte.In Ungarn fanden die Johanniter 1192 Eingang. Ganz besonderes Interesse erregt dieBildung und Geschichte der bedeutendsten deutschen Bailei, der Bailei Sonnenburgoder das Herrenmeisterthum Brandenburg: Schon unter Raimund du Puy, in dessenletztem Lebensjahre 11 CO, wurde der Johanniterorden von Albrecht dem Bär, erstenMarkgraf von Brandenburg (1134—1170) mit der Kirche, in Werben nebst allem Zu-behör und sechs Hufen Landes beschenkt. Zugleich wurde bestimmt, dass der ausdieser Schenkung zu erzielende Ertrag den im Spitale zu Jerusalem weilenden Armenjährlich zugeschickt werde. Neben diesem edlen Zwecke der Wohlthätigkeit veran-lasste den Markgrafen wohl auch der Gedanke zu seiner Schenkung, dass Werben,ein wichtiger Grenzpunkt gegen die noch nicht beruhigten Wenden, eines kräftigenSchutzes bedurfte, den man von den Johannitern erwarten konnte.
Aus ähnlichen Gründen verlieh .Primislaw, Herzog von Ostpommern, denJohannitern 1198 die Burg Starigord an der Berissa mit den dazu gehörigenLändereien. Aehnliche Schenkungen erfolgten in Braunschweig und Mecklenburg.Im allgemeinen mehrte sich jedoch der Besitz der Johanniter hier nur langsam imVergleich zu dem der Tempelherren, die in der Neumark reich begütert waren. Sobildeten sich in Werben, Miröw, Nemerow, Zachau, Copau und Schlawe Commenden,das heisst „anvertraute Güter" (von commendare) denen man Verwalter „commen-datores", meist verheirathete Ritter, vorsetzte. Diese mussten, nachdem sie ihreneigenen Unterhalt bestritten, gewisse Erträge zuerst jährlich an den Orden abführen.Später wurden die Verwalter verpflichtet, diese Beträge in 10jährigen, festgestelltenSummen (Responsionen) abzuliefern an die Präceptoren, die sie dem Ordensschatzübersandten. Als 1312 die Templercommenden den Johannitern übergeben wurden,mussten sich die Johanniter mit dem Markgrafen Waldemar in Betreff der Ueber-nahme dieser Güter in der Mark vergleichen und erkannten am 23. Januar 1318 inKremmen das Patronatsrecht der Markgrafen von Brandenburg an. Auf diese Weiseentstanden im Laufe der Zeit für die Herrscher der Mark das Präsentationsrecht undConflrmationsrecht des Herrenmeisters der Bailei Brandenburg, die damals gebildetwurde. Als der Johanniterorden auf Rhodus Fulko von Villaret zum Grossmeister ge-wählt hatte, wurde diese Wahl vielfach angefochten, am meisten von den deutschenJohanniterrittern, die sicli 1323 vom Orden trennten und die unabhängige BaileiBrandenburg gründeten. Gebhard von Bortfeld wurde zum ersten Johanniterherren-meister in der Mark erwählt und vom Markgrafen bestätigt. Das Kapitel in Rhodus