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1 (1899)
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Geschichtliche Entwicklung der Krankenpflege. 23

da nach Frankreich, wo sie 1308 bis 1312 ganz unterdrückt wurden. DieJohanniter dagegen gründeten sich durch die Eroberung von Rhodus (13091310)unter Fulko von Villaret eine neue Heimath. Ihr Reichihum und ihre Machtwuchs durch die Güter und Besitzungen des aufgehobenen Templerordens vonNeuem. Sie fassten damals auch Fuss auf dem Festlande von Kleinasien, so inSmvrna und Halikarnass. Die Insel Rhodus und das daselbst gegründete grosse Ho-spital zu St. Johannes behaupteten sie 213 Jahre lang gegen die Angriffe der Türken,denen sie durch ihre Flotte besonders gefährlich wurden, bis Soleimann IL am20. December 1522 die in Trümmer- und Steinhaufen verwandelte Stadt und Festeeinnahm unter Gewährung freien Abzuges an den Rest der Ritter und ihren helden-müthigen Grossmeister Villiers de l'lsle Adam. Dieser zog mit 50 Schiffen und mehrals 1000 Untergebenen nach Kreta, von da nach Messina und endlich nach Yiterbo.Dort blieb er 3 Jahre und siedelte dann nach Nizza über. Karl V., der die Bundes-genossensehaft des Ordens für sich gewinnen wollte, übergab ihnen Malta nebstGozo und die Festung Tripolis in Afrika durch Vertrag vom 20. März 1530 als einfreiadeliges Lehen. Sie gründeten auf Malta die Stadt Valetta und bauten wiederumein grosses Hospital daselbst, in dem namentlich alle Schiffbrüchigen verpflegtwurden, die durch Zufall auf die Insel verschlagen worden waren. Von hier auswirkte der Orden namentlich gegen die Türken und Seeräuber, indem er die Sklaven-schiffe abfing, die Christensklaven freiliess und in ihr Vaterland zurückbeförderte.

Im Jahre 1775 erhielten die Johanniter (Rhodiser, zuletzt Malteser genannt) dieGüter der aufgehobenen Ordensherren des heiligen Anton v. Vienne, der Antoniter, inFrankreich und im Jahre 1782 ein neues Priorat vom Kurfürsten von der Pfalz, KarlTheodor, das unter dem Namen der englisch-bairischen Zunge die ehemals englischeZunge mit ihrem Grossordensamt von Neuem repräsentirte. Unter fortwährendenKämpfen behaupteten die Malteser ihre Selbständigkeit bis zum Jahre 1798, wo Maltadurch Verrath einiger Ritter an Bonaparte übergeben wurde. Im September 1800nahmen die Engländer Besitz von der Insel, die nun für den Orden endgiltig verlorenwar. In den protestantischen Ländern hatte der Orden seine Güter schon gleich nachder Reformation zum grossen Theil verloren. Nach der Wahl Paul I. von Russland

Macht und Ansehen des Ordens waren damals ungeheuer. 1260 hatte er 20000 Ritterund 9000 Komthureien, Tempclhöfe mit liegendem Besitz, die alle zehntfrei waren;

Doch schon im XII. Jahrhundert klagte man über die Genusssucht und Un-mässigkeit der Templer. Für Saufen sagte man sprüchwörtlich:bibere templariter".1306 gab der Orden den Kampf gegen die Ungläubigen auf und siedelte unter demGrossmeister Jacob von Molay nach Paris über. Hier erregten die reichen Güter derTempler die Habgier des Königs Philipp (des Schönen), der die Templer in Frank-reich am 13. October 1307 sämmtlich verhaften Hess.

Auf Grund gedungener Aussagen über Unzucht, Wollust, Unmässigkeit undGötzendienst, die jedenfalls nur zum kleinsten Theil begründet waren, wurde ihnender Prozess gemacht. Noch bevor die Akten abgeschlossen waren, liess Philipp54 Kitter am 12. Mai 1310 verbrennen, denen die Folter kein Gesländniss abgezwungenhatte. Papst Clemens V. hob den Orden durch die Bulle vom 22. März 1312 auf,ohne jedoch ein Verdammungsurtheil zu sprechen. Der Grossmeister wurde mit dem80jährigen Grossprior Guido von der Normandie und mehreren Rittern am 18. März1313 auf einer Seineinsel in Paris auf des Königs Befehl verbrannt, weil er die aufder Folter gemachten Aussagen öffentlich wieder zurückgenommen hatte.

Die Güter der Templer wurden in Frankreich, Castilien und einem Theil vonEngland von der Krone eingezogen, in Arragonien und Portugal dem Orden vonCalatrava, in Deutschland den Johannitern und deutschen Rittern überwiesen.