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Vorbild gaben, so die heilige Elisabeth von Thüringen, Anna von Sohlesien undAndere.
Die einzelnen gleichgesinnten und gleichbestrebten Personen thatensich zusammen in Brüderschaften und Schwesternschaften, die ursprüng-lich nur aus Laien bestanden, denen aber die Kirche, um den Einflussüber sie nicht zu verlieren, überall ein geistliches Gepräge zu gebensuchte. So entstanden, neben den weltlichen Genossenschaften, geist-liche Orden. Unter den weltlichen Brüder- und Schwesternschaften son-derten sich im Mittelalter die bürgerlichen und ritterlichen Vereini-gungen um die Zeit der Kreuzzüge aus. Alle Pflegegenossenschaftenforderten von ihren Mitgliedern wenigstens das Gelübde der Keusch-heit, Armuth und des Gehorsams gegen die Oberen, sowie einerbesonderen, der geistlichen ähnlichen Tracht. Sie hatten meist die Regeldes heiligen Augustin.
. Daneben fanden sich schon frühzeitig für die gröberen Dienst-leistungen Wärter und Wärterinnen, die z. B. der heilige Chrysostomusebenso wie die anderen Diener der grossen Wohlthätigkeitsanstalten (dieParabalanen etc.) aus der Zahl der Ehelosen auswählte. Sie wurden inden geistlichen Anstalten zu dem niederen Clerus gezählt. Der ärztlicheTheil der Pflege lag den „medici" ob, die aber auch zugleich „ministri"und „adduetores" genannt wurden.
Auch diese „medici" waren zumeist „klerici", wie damals überhaupt die ärzt-liche Kunst meist von den Priestern und Mönchen geübt würde. Freilich war dieseKunst in vielen Fällen eine wenig entwickelte Volksmedizin, während anderseitseinzelne Geistliche als hervorragende Aerzte geschildert werden, so Bischof Masonain Merida. Im XII. — XIV. Jahrhundert gab es in jedem Kloster und jeder geistlichenGenossenschaft einen oder mehrere auf ärztlichen Hochschulen (Paris. Salerno) vor-schriftsmässig und ausführlich ausgebildete Aerzte, denen zunächst die klösterlichenKrankenstuben (inflrmaria) unterstanden, die aber auch die ärztliche Behandlung inden mit den Klöstern verbundenen Hospitälern leiteten. Auch in anderen Anstaltenwaren Aerzte, und zwar in den weltlichen meist in durchaus angemessener Zahl an-gestellt, so in Arabien, Aegypten, Mailand. In dem Hospital des heiligen Johannisin Jerusalem, der Wiege des Johanniterordens, waren 4 Aerzte und 4 Wundärzte an-gestellt, von denen man, wenigstens von den Aerzten, hauptsächlich die Uroscopieund die Zubereitung der Sirupe, der wichtigsten Arzneiforai der arabischen Heilkunde,verlangte.
Wenn auch die Kirche dadurch, dass sie die Oberleitung über dieWohlthätigkeitsanstalten und die mit ihnen verbundenen Krankenpflege-Genossenschaften an sich nahm, in mancher Beziehung dazu beigetragenhat, die Entwickelung dieser Einrichtungen durch ihren kräftigen Schutzzu fördern, so hat sie anderseits, wie die Geschichte der Krankenpflege-Genossenschaften zeigen wird, durch das Hineinverpflanzen hierarchischerBestrebungen die der freien Liebesthätigkeit entstammenden und ihr ge-widmeten Organisationen von der Krankenpflege immer mehr entfernt. Siehat daher theilweise der freien Entfaltung der Krankenpflege in den Ge-nossenschaften ebenso geschadet, wie die weltlichen Gelüste der ritterlichen