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1 (1899)
Entstehung
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12
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12 Dietrich,

Franzosen gegründet. Dasselbe dient noch jetzt zur Aufnahme von Hautkranken. Um die Er-bauung vonAussatzhäusern und um die Krankenpflege derAussätzigen in denselben mach tesich, wie wirspäter sehen werden, in hervorragender Weise der Ritterorden der Lazaristenverdient. Das Archiospedale di San Giacomo in Augusto oder Degli incurabili wurde1339 auf Grund eines Vermächtnisses des Kardinals Giacomo Colonna gegründet, das-selbe kam an die Brüderschaft von Santa Maria del Popolo. Berühmt waren fernerdie Aussatzhäuser in Mailand, Bologna und Modena. In Spanien werden schon 1077Aussatzhäuser erwähnt. In Frankreich gehört zu den ältesten Leproserien die vonGregor von Tours erwähnte Stiftung des Abtes Nicolaus von Corbei'l. Aus dem Testa-mentLudwigdesVIII. geht hervor, dass im Jahre 1225 im damaligen etwa die Hälfte desjetzigen Frankreichs einnehmenden Königreiche 2000 Aussatzhäuser vorhanden waren.Im 14. Jahrhundert werden auch in England Leproserien erwähnt, so ein XenodochiumSt. Julian!, das damals die Aebte von St. Albans für die Aussätzigen gründeten.Im Jahre 1346 wird .von einer Anstalt für 13 Lepröse in London berichtet. Schon im 7.und S.Jahrhundert finden sich auch im südlichen und westlichen Deutschland einzelneSondersiechenhäuser für Aussätzige. Bald danach wurden überall nicht nur.Isolirhäuser, sondern auch Krankenhäuser für Aussätzige gegründet. Zu den ältestenist das zu rechnen, das 750 der heilige Abt Othomar bei den Alemannen gegründethaben soll. Als eins der ältesten deutschen Hospitäler für Aussätzige steht urkund-lich fest das auf dem Johannisberg im Reingau erbaute:Curtis leprosorum" ge-nannte, dessen ums Jahr 1109 Erwähnung gethan wird. Markgraf Albrocht von Bran-denburg, der mit dem Bischof von Halberstadt in Palästina gewesen war, soll Lepro-serien inKünigsberg (Neumark)undFrankfurta. O.errichtethaben. In St. Gallen bestandschon im Jahre 1219 eineLeproserie, in Görlitz befand sich im-lahre 1298 eine ausserhalb derStadt gelegene, dem heiligen Jacob geweihte Leproserie. Meist waren diese Anstaltendem heiligen Georg geweiht, so in Salzwedel, Pritzwalk, Prenzlau, Königsberg (Neu-mark) Pasewalk, Berlin (1278). In Greifswald war eine Leproserie schon vor 1318.1322 wird sie erwähnt als Domus leprosorum ad Santum Georgicum extra civitatem.1G30 wurde sie durch den kaiserlichen Feldherrn Perusius, ebenso wie die heiligeGeistkapelle zerstört. In Frankreich war 1407 der Aussatz so selten geworden, dassdie Leproserien überall leer standen und die strengen Verordnungen der früheren Zeitdurch Karl XV. wieder in Erinnerung gebracht werden mussten. Im 15. Jahrhundertund im 16. Jahrhundert wurden die Aussatzhäuser überall in Krankenhäuser oder inPesthäuser umgewandelt, so vor allem in Ungarn und Siebenbürgen. Sie waren in-zwischen in überaus zahlreicher Menge erbaut worden, so sollen zu Beginn des13. Jahrhunderts in der gesammten Christenheit 19000 Aussatzhäuser vorhanden ge-wesen sein. Viele von ihnen warenjedoch nur Isolir-Wohnhäuscr für die Aussätzigen. DieBehandlung der Krankheit unter ärztlicher Aufsicht und durch ein in der Kranken-pflege geschultes Personal war bei den meisten Leproserien erst in zweiter Linie, beivielen überhaupt nicht beabsichtigt. Ausser dem heiligen Jacob und Georg waren dieAussätzigenhäuses auch an manchen Orten dem heiligen Lazarus gewidmet. Im Jahre1278 gab es vor der Stadt Berlin einen Sanct Georgenhof vor dem Jürgenthor, be-stimmt für die Aufnahme der Aussätzigen.

Für die an Syphilis leidenden Kranken wurden am Ende des 15. Jahrhundertseigene Anstalten, sogen. Franzosenhäuser gegründet, die den Zweck der.Behandlungund Verpflegung der Erkrankten nur vereinzelt verfolgten, während Hauptzweck dieAbsonderung war. Auch Pockenhäuser wurden erbaut, so z. B. am 12. Juli 1531von Herzog Albrecht von Brandenburg in Königsberg (Ostpreussen) zugleich einPockenhaus mit dem Loebenicht'schen Hospitale. Auch von Pesthäusern stammenheute noch einige Anstalten ab, z. B. das in Elbing 1624 gegründetePestbude-stift", das jetzt als Asyl für arme und altersschwache Leute dient.