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1 (1899)
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11
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Geschichtliche Entwicklung der Krankenpflege. 11

In Deutschland finden sich Xenodochien, Hospitäler (Gut-Leuthäusef, Siechen-häuser) erst im 12. Jahrhundert. In Köln wird um das Jahr 1116 ein Armenhospitalerwähnt. Bischof Einhard gründete 1097 in Würzburg bei der Sanet-Margarethen-Kapelle ein Hospital für arme und kranke Reisende. Hier gründete der DomprobstOtto im Jahre 1140 ein dem heiligen Theodorikus geweihtes Hospital auf dem Jüden-markte. Kuno von Buchsee gründete 1181 nach seiner Rückkehr aus dem gelobtenLande im Badischen Lande ein Xenodochium oder Hospital für arme Pilger.

In England wurde 1102 das Bartholomäushospital in London gegründet.

Während ursprünglich die Xenodochien für alle Hilfsbedürftigen offen standen,konnte man später bei dem sich immer mehr steigernden Bedarf nur noch die Gemeinde-niitglieder aufnehmen. Um nun doch auch den fremden Reisenden, bei dem Mangelan Gasthäusern in unsenn Sinne, Obdach zu ermöglichen, ohne sie zugleich in dieMauern der Stadt, deren Thore des Abends geschlossen wurden, aufnehmen zumüssen, erbaute man vor den Thoren der Stadt kleine Häuser aus milden Stiftungen,die man Elendsherbergen (Elend = fremd, heimathlos) nannte, und aus denen mitder Zeit grosse Anstalten wurden. Zu Ehren der heiligen Gertrud, die in der zweitenHälfte des 7. Jahrhunderts Aebtissin zu Nivelle in Belgien gewesen war und sich durchihre Sorge für Elende und Gebrechliche ausgezeichnet hatte, nannte man solche Stif-tungen zuweilen St. Gertrudshospital. Zu jeder Herbergspilege gehörte damals inerster Linie ein warmes Bad. Daher wurden auch in diesen Elendsherbergen warmeBäder verabreicht, die Kosten verursachten, namentlich als später die Badestubenan Bader verpachtet wurden. Um nun den armen Pilgern und Reisenden Bäder zuermöglichen, stifteten fromme Personen noch gewisse Summen für Bäder, diean ihrem Todestage an arme Pilger verabreicht werden sollten, daher der NameSeelbäder". Da nun fromme Frauen, die sich der Pflege der Kranken und Gebrech-lichen widmeten, diese Bäder zum Theil auch selbst besorgten, so nannte man sieSeelschwestern". Doch artete diese Einrichtung derartig in Unzucht aus, dass dieSeelschwestern" zunächst von den öffentlichen Bädern ausgeschlossen wurden, bisdiese ^aus Furcht vor Ansteckung überhaupt aufgehoben wurden.

b) Krankenhäuser.

Mit dem 11. Jahrhundert tritt die Bildung von Anstalten, die inder Hauptsache nur zur Aufnahme und Behandlung von Kranken bestimmtwaren, etwas mehr in Erscheinung.

Gregor VI erbaute 1045 neben einer von Galla, der Tochter des Jüngern Sym-machus, in Rom im 6. Jahrhundert gegründeten Kirche das Hospital St. Maria dellaGrazie, berühmt durch seine Kirche und das vom heiligen Lucas gemalte, wunder-thätige Madonnenbild. Nach der Zerstörung durch Robert Guiscard 1084 wurde dieAnstalt bald wieder vollständig aufgebaut. Pabst Cölestin III verband mit der Galla-kirche Ende des 12. Jahrhunderts noch ein weiteres Hospital. Daselbst wurde fernerim 14. Jahrhundert bei der Kirche St. Maria della conzolazione ein Hospital gleichenNamens gegründet und nun alle drei Anstalten zu einer einzigen, dem ArchiospitaleSt. Maria in Portico oder Delle grazie, Delle conzolazione verschmolzen.

In England stiftete der Erzbischof von Canterbury (Lanfrankus) 1070 ein grossesKrankenhaus.

Eine ausschliesslich für Aussätzige bestimmte Anstalt war das von Zoticusin Constantinopel gegründete Lobotrophoion. Bei den grössten Xenodochien warenauch schon stets Isolirhäuser für Aussätzige. In Born wurde das Hospital St. Lazarovor der Porta Angelica unter Gregor VIII (1187) angeblich von einem aussätzigen