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und Stepbanus IL zu erwähnen. In Rom entstanden damals auch die ersten Hospizefür einzelne Nationalitäten, so für die Franken, Angelsachsen und Deutschen. DieGemahlin des Theodosius (Eudoxia, gestorben 440) errichtete in Jerusalem Kirchen,Klöster und Hospitäler. Justinian (527—567) ordnete die rechtlichen Verhältnisseder Xenodochien und Hospitäler grösseren Umfangs und verlieh ihnen die Rechtekirchlicher Stiftungen. Auch erneuerte und vergrüsserte er das von Sampson in Kon-stantinopel gestiftete Xenodochium und gründete hier noch andere Anstalten. So er-richtete er in Gemeinschaft mit seiner Gemahlin Theodora, die selbst eine Hetäregewesen sein soll, ein Kloster für gefallene Mädchen (fisravota, Haus der Busse).Der Patriarch von Alexandrien, Johannes der Almosengeber (Eleiomosynarius), grün-dete im Jahre 610 p. Chr. sieben Gebäude zur Aufnahme armer Wöchnerinnen (dieersten Wöchnerinnenasyle). Auch der Pflege der Neugeborenen widmeteman sich frühzeitig. Um dem Unwesen der Kinderaussetzung zu steuern,überliess schon Nerva dem Proletariat unentgeltlich Ländereien. Trajan überwies5000 Kinder der öffentlichen Unterstützung. Die Pflege verlassener Kinder gehörtezu den wichtigsten Pflichten der Diakonissen. Später verordnete Konstantin, dassein Jeder verpflichtet sein sollte, Neugeborenen Nahrung und Kleidung zu reichen,sobald er darum angesprochen würde. Eigentliche Findelhäuscr (Brebotrophia) wur-den erst seit dem Konzil zu Nicaea (325) allgemein eingerichtet. Der Name „Krippe"(creche) stammt von der in Frankreich seit dem 5. Jahrhundert nachweisbaren Sitte,die ausgesetzten Kinder in eine am Eingänge der Kirchen befindliche marmorne Wanneoder Krippe zu legen.
II. Die Krankenpflege im Mittelalter.
Während die Pflege der Kranken im Alterthum nicht als etwasEdles und Nachahmungswürdiges galt, sahen wir sie bei den erstenChristen als eins der Gott genehmsten Werke geachtet und überall geübt.Die Kirche, ihre höchsten Beamten und Diener wetteiferten mit denKaisern und Vertretern der weltlichen Macht, um Anstalten einzurichten,in denen Kranke, Gebrechliche und Hülfsbedürftige jeder Art verpflegtwerden konnten. Im Mittelalter entwickeln sich diese Stiftungen in ver-mehrter AVeise, nehmen zum Theil bedeutenden Umfang an undwachsen vereinzelt zu einer seltenen Vollendung empor. Mit ihnenund in ihnen bilden sich zahlreiche, männliche und weibliche geistlicheOrden, die die Krankenpflege zu ihrer Lebensaufgabe machen. Dannsucht sieb das Volk der geistlichen Bevormundung, in die es durchdie hierarchischen Bestrebungen der damaligen Kirche gerathen war,wieder zu entziehen, um die Anforderungen des Glaubens und religiösenBekenntnisses durch Werke der Liebe und Barmherzigkeit mehr nachden Bedürfnissen des Herzens als nach den Vorschriften der Kirche zuerfüllen. Es bildet sich eine grosse Anzahl von Laien-Verbrüderungenund Vereinigungen zum Theil mit ganz freien, zum Theil mit strengeren,den geistlichen Orden entlehnten äusseren Formen, deren Mitglieder sichder freien Liebesthätigkeit, zumeist ausschliesslich der Pflege der Krankenhingeben.