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Herbergen, Armenhäusern und Wohlthätiglceitsanstalten Tür Fremde und Kranke vor-gestellt, so dass der Name Diakonus mit dem eines Hospitalvorstehers gleichbedeu-tend wurde (Haeser). Man nannte daher auch jene Anstalten, wenn sie bei denKirchen oder durch diese erbaut waren, „Diakonien". So bestanden im 9. Jahr-hundert in Rom allein 24 solcher Diakonien, deren Vorsteher ,,Kardinaldiakone" ge-nannt wurden. Derartige „Diakonien" oder „matriculae" waren mit den meisten.Kirchen, kirchlichen Stiftungen und Klöstern verbunden. Die in den Klöstern vor-handenen „infirmaria" wurden in den grösseren, z. B. in Monte Casino, zu voll-ständig eingerichteten Hospitälern. Daneben entstanden auch öffentliche Wohlthätig-keitsanstalten ; ursprünglich nur dazu bestimmt, Fremde zu beherbergen (Xenodochien) rwurden sie mit der Zeit dazu verwandt, Arme, Kranke, Gebrechliche, Blinde, Lahme..Sieche jeder Art aufzunehmen.
Derartige Xenodochien allgemeineren Zwecks werden schon um die Mitte des-111. Jahrhunderts in Sebaste und Cesarea beschrieben. Sie müssen damals in den.christlichen Gemeinden als speciüsch christliche, gewöhnliche und überall bekannte-Einrichtungen gegolten haben, da das Nicäanische Concil ausdrücklich die Eigen-schaften und Pflichten der Hospitalmeister festsetzte. Gregor von Nazianz hielt um360 p. Chr. dem heidnischen Kaiser Julianus Apostata vor, dass er den Christen, die-er immer so spöttisch behandele, das Erbauen von Fremdenherbergen und Spitälernnachmache. Allerdings erscheinen die Anstrengungen Julians, die Werke der christ-lichen Barmherzigkeit für das Heidenthum nutzbar zu machen, höchst merkwürdig.Er befahl zum Beispiel dem Erzpriester von Galatien, Arsazius, in allen StädtenXenodochien anzulegen. Hierzu sollten ,'iOOOO Modien Getreide und 60000 Sextare-Wein für ganz Galatien verabreicht werden, von denen ein Fünftel die Priesterdienerund vier Fünftel die Fremdlinge und Armen erhalten sollten.
Daneben bestanden bei den Byzantinern auch Gerocomia (Altersversorgungs-hiiuser), Brebotrophia (Findelhäuser), Orphanotrophia (Waisenhäuser), Lobotrophia(Aussatzhäuser), Ptochotrophia (Bettlerhäuser) und Nosocomia (eigentliche Kranken-häuser). Für die altchristliche Zeit ist es charakteristisch, dass der wohlthätige Zweckder Gründung, z. B. Aufnahme von Waisen, Findlingen, Blinden etc., nach und nach,meist verallgemeinert wird zur Aufnahme von Kranken, Gebrechlichen und Armenjeder Art.
Kaiser Konstantinus IL (337—361) stellte ein vom heiligen Zotikus in Constan-tinopel gegründetes allgemeines Xcnodochium wieder her. Das berühmteste Beispieleiner solchen alles umfassenden Anstalt wurde in der Zeit von 368—370 p. Chr. vondem heiligen Basilius, Bischof in Cäsarea (Cappadocien), gegründet, wahrscheinlich!in Folge der grossen Hungersnoth und der allgemeinen Verbreitung des Aussatzes inKleinasien. Die „Basilias" war einer ganz neuen, vor den Thoren der Stadt um eino-Kirche herum mit Strassen, Plätzen und Handwerkerwohnungen gebauten und geord-neten Stadt vergleichbar und umfasste Armenhäuser, Herbergen für Fremde, für alle-Arten von Gebrechlichen, Asyle für gefallene Mädchen und abseits gelegene Kranken-häuser nebst den Krankenpflegern (nosocomi), Aerzten (bajuli), Führern und Heran-bringern (ductores), sowie Handwerkern (artifices), die sämmtlich Beamte der Stiftungwaren. Kaiser Valens schenkte ihr reiche Ländereien.
Marcianus und Chrysostomus gründeten in Constantinopel ähnliche Anstalten.Constantin und seine Mutter Helene errichteten an allen Wegen nach Jerusalem Xeno-dochien. Die Hospize zur Aufnahme hilfsbedürftiger Wanderer und Wallfahrer ge-hörten zu den ältesten Wohlthätigkeitsanstalten, zunächst waren es nicht besondereHäuser, sondern die Klöster und Wohnungen der Geistlichen im Allgemeinen, dieauch damals und zum Theil noch heute in unwirthbaren Gegenden Südfrankreichsund der Schweiz jenen Namen führen. Dann wurden Anstalten nur mit dem Zwecke