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Die im Valetudinarium beschäftigten Aerzte lieissen: Medici a valetudinario, die eben-falls Militärs waren, Rüstung tragen mussten und doppelten Sold erhielten. Auch beider römischen Marine gab es besondere Aerzte." Neben den eigentlichen Aerztenwirkten die Optiones valetudinarii, Lazarethaufseher, Verwalter für die Beköstigung,"Wasche etc. Der Curator operis armarii, dessen Dienst mit dem eines Optio verbun-den sein konnte, hatte wahrscheinlich für die Instandhaltung der ärztlichen Gerätheund Krankenpflegeutensilien (Instrumente, Verbandstücke, Arzneien) zu sorgen. Ihmstanden als Gehilfen zur Seite „qui aegris praesto sunt". Die oberste Leitung allerauf die Pflege der kranken Soldaten bezüglichen Angelegenheiten lag in der Handdes Praefectus castrorum.
Wir finden demnach im Älterthum einige Anfänge der Anstalts-krankenpflege bei den Völkerstämmen, die die buddhistische Religionangenommen haben, aber die Spuren dieser Anfänge verlieren sich wieder.In einzelnen Gegenden, wie in Kleinasien und Persien, mögen sie fürdie christliche Anstaltspflege vorbereitend gewirkt haben. Diese Kranken-pflege hatte jedoch mit der Behandlung der Krankheiten zum Zweckder Heilung nichts oder nur sehr wenig zu thun. Meist handelte es sichum die Unterbringung, Beköstigung und Verpflegung Armer oder Hilfs-bedürftiger. Hochkultivirte Völker, wie die Aegypter, Chinesen, Griechenund Römer kennen die Krankenpflege im modernen Sinne überhaupt nicht.Es lässt sich auch nicht aus dem Umstand, dass die Spanier nach Prescott'sBericht bei ihrer Ankunft in Mexico in der entwickelten Kultur der AztekenHospitäler gefunden haben, ohne weiteres und mit Beweiskraft schliessen,.„dass jede Kultur, die die Sitten bis zu einem gewissen Maasse mildertund eine mehr geschlossene Form der Gesellschaft herstellt, endlich auchzur Einrichtung von Krankenanstalten führt". Abgesehen davon, dassauch über diese Hospitäler nichts Ausführlicheres verlautet, vielmehr zuvermuthen ist, jlass es sich auch hier um Armenhäuser oder Herbergengehandelt hat, schweigen jene Berichte von der Gemeindepflege oder derKrankenfürsorge vollkommen. Allein das Christenthum mit dem macht-vollen Gedanken der selbstlosen Nächstenliebe, der Werthschätzung derMenschen an sich und der Betonung der Freiheit und Gleichheit allerMenschen vor Gott, hat die Krankenpflege und' zwar zunächst nicht inder Anstaltspflege, wie die buddhistischen Völker, sondern in der Haus-und Gemeindepflege und später nach Jahrhunderte langem Wirkenin dieser Thätigkeit in besonderen Anstalten zum Zweck der Unterbrin-gung der Obdachlosen und zum Zweck der geschulten Pflege der Krankengeübt.
Krankenanstalten im modernen Sinne sind dann erst im 17. Jahr-hundert, und später, durch die religiösen Krankenpflege-Genossenschaftenbegründet worden.
Die Pflege der Kranken galt bei den ersten Christen als eines der Gott gefällig-sten Werke. Ihr widmeten sich anfangs alle Gemeindemitglieder ohne Unterschied,am meisten die Frauen. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der christlichen Ge-meinde vollbrachte dabei Grosses. Zu Beginn des Christenthums wurden von Heidenund Juden alte Formen entlehnt und im christlichen Sinne verwerthet, um den Heidenauf diese Weise den Uebertritt zu erleichtern. So wurden aus den Tempeldicnern die-