Druckschrift 
Die Wallfahrt zu Kevelaer : nebst Anh., enth.: Reihenfolge der Prozessionen im Jahre 1867
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

24demselben Tage schon strömte eine Menge Menschenaus Geldern und der Umgegend nach Kevelaer herbeiund es geschahen einige Wunder, welche aber erstspäter genannt und angeführt werden sollen.Dieses ist der kleine Anfang der großen KevelaerschenWallfahrt, deren 200jährige Jubelfeier wir in diesemJahre begehen. Von da an wird die hochgebenedeiteMutter Gottes, die allerseligste Jungfrau Maria,hier in ihrem Bilde verehrt und angerufen um denBeistand bei ihrem göttlichen Sohne unter dem Titel:Consolatrix afflictorum, Trösterin der Betrübten.Da nun Gott durch mehrere wunderbare Genesun-gen von Krankheiten und Gebrechen jeder Art äußerlichzeigte, wie wohlgefällig ihm die Verehrung der aller-seligsten Jungfrau hier in ihrem Bilde sei, so nahmauch der Zulauf von Menschen, die hier Maria ver-ehren wollten, immer mehr zu, so daß es bald anMitteln fehlte, die geistlichen und leiblichen Bedürfnisseso vieler frommen Pilger zu befriedigen. Die Pfarrkirchewar, wie sie es zur Zeit noch ist, zu klein, und einPfarrer ohne Hülfsgeistlichen konnte für den Beichtstuhlund für den übrigen Gottesdienst nicht ausreichen, undeben so wenig konnten die vorhandenen wenigen Bauern-häuser die vielen Tausende von Menschen aufnehmen.Indessen für Alles war schnell gesorgt. Die bischöflicheBehörde zu Ruremonde, die sich dieser Andacht vomAnfange an sehr annahm, sandte vorerst für den Som-mer zwei Priester, welche mit dem Pfarrer und denGeistlichen der Nachbarschaft die nöthige Aushülfe lei-steten; bald fing man auch an, auf dem Felde, zurAufnahme der Pilger, Häuser zu bauen, und noch keinJahr war verlaufen, als man beschloß, bei dem Hei-