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Ob Stoff - ob Gott?
Entstehung
Seite
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14ab! und Sie erschrecken nicht vor derAnmaßung, die darinliegt. Wislicenus sagt in derMorgenröthe Nro. 13, 1867,daß sich ein Geist ohne Leib nicht denken lasse*), undSie erschrecken nicht vor dem Selbstbankrott dieses schwachenDenkens. Ich aber bemerke in dem oben erwähnten Umlauf-schreiben, daß ohne Fortentwickelung für den Menschengeist dieNatur als ein lückenhaftes Ding erscheinen müsse, und Siewollen darob einen kindischen Schreck simuliren!Ist das Recht?Jüngst berichteten Sie in Ihrem Blatte über den Artikelder Gartenlaube, der Sie einenApostel der Wahrheit nennt;und wir erschracken nicht darüber, obgleich wir die Apostelder Lüge wären, wenn Sie wirklich der Apostel objektiver Wahr-heit sind. Was ist Wahrheit? Hat sie überhaupt Apostel? DerMaterialismus hat seine Apostel, die Wahrheit nicht!Unter uns Menschen mag es viele ehrerbietige Jünger derWahrheit geben; die größten Philoſophen aber ſind nichts alswinzige Schüler, die aufmerksam lauschend zu den Füßen derWahrheit ſitzen. Auch der Menſch Uhlich iſt ein treuer, will-fähriger Zuhörer der Natursprache, durch welche die Wahrheit zuuns redet, aber der Schriftsteller und Prediger Uhlichist das nicht! Darum verlangen wir, daß der Mensch denSchriftsteller und Prediger zur Rechenschaft fordere!Im Jahre 1864 erzählten Sie in Köln wiederholt, einmalauch Abends im Politisch=geselligen Verein, daß erst neulich einwackerer Zimmergeselle. Ihnen den Wink ertheilt hätte, dochunbefangener und freier zu denken, zu schreiben und zu redenund wie Sie dies dann gethan, und wie aus Ihrer letzten Prü-fung denn auch wirklich Ihr gegenwärtiger Standpunkt hervorge-gangen sei. Die Freude, welche Sie über diesen wackern Zim-mergesellen, der Ihr geistiger Wohlthäter geworden, an den Taglegten, läßt mich auch einige Gunst für gegenwärtige Remedurvon Ihnen erhoffen. Und so schließe ich denn, indem ich Ihnenohne allen Groll, ja mit vollständiger Anerkennung Ihrer Ver-dienste zurufe: Prüfen Sie nochmals Ihr kritisches Verfahren ge-gen Andere, das sich wahrlich nicht der Gerechtigkeit rühmen kann.Prüfen Sie aber auch nochmals Ihre gesammte Weltanschauung.Sehen Sie zu, ob es nicht die ist, wovon ein anderer gottes-leugnerischer Deutschkatholik [W. Marr 1846] selber sagt, daß) Mit Leib wird er sich dann auch keinen Geist denken könnenkurz er hält diesen für das vorübergehende Leben des Körpers selbst.Sol-chen Leuten, sagt Ernst von Baer, der berühmteste NaturforscherRußlands,die das Bewußtsein der unantastbaren Selbstständigkeit ihresgeistigen Wesens nicht in sich tragen, oder es sich mit Sophismen abdis-putiren ließen, dasselbe wiederzugeben, verlohnt sich nicht.