men; „Bund freier, religiöser Gemeinden.“ Das Wort „freidrückt die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes aus, undwenn man nicht will, daß mit dem Worte „religiös“ der her-kömmliche Sinn verbunden werde, so hat man sich wenigstensauf eine Definition des neuhinein gelegten Begriffes einzulassen,denn:„ — ein Begriff muß bei dem Worte sein.““ (Göthe)Oder soll das Privatrecht einer freien Meinung uns hindern, beidem Worte etwas Bestimmtes zu denken, das wir selbst auf diegemeinsame Fahne geschrieben. Und wenn wir wollen, daß dieWelt sich unter unserer Religion etwas denke, müssen wir esnicht sagen? Denn wir haben nun einmal das Wasser getrübt,und es ist unsere Aufgabe, es wieder zu klären, indem wir denWorten ihre Bedeutung zurückgeben. Wer sich mit dem Conver-sationslexikon in Widerspruch befindet, hat, indem er einen seineSache bezeichnenden Ausdruck wählt, sich damit zu versöhnen, oderdarauf zu verzichten, von den Uebrigen verstanden zu werden.Im Interesse des gegenseitigen Verständnisses riethen wir daherund müssen wiederholt entschieden darum bitten: rein humaneoder allgemein sittliche Bestrebungen nicht in den engeren Rah-men des Wortes „religiös“ fassen zu wollen. Wir wollen dieSache unserer geistigen Antipoden achten, wie wir den Materia-lismus auf dem Boden der empirischen Naturforschung als be-rechtigt anerkennen; aber wir mögen nicht gleichgültig zusehn,wenn Einzelne an dem Eigenthume der Nation, unserer gemein-samen Sprache willkürlich modeln.„Ich kann begreifen, wie selbst die meinen religiösen An-schauungen Nächststehenden auf dem von mir vorgeschlagenenWege schlüpfrige Bodenstellen vermuthen und mir daher ihreBegleitung versagen zu müssen glauben; — wie man mir aberzutrauen darf, ich wolle Gewissenszwang, wie man die vonmir ausgesprochenen Ueberzeugungen, welche sich immerdar aufdie allgemeine Vernunft berufen und keine weitere Geltung be-anspruchen, einem Dogma (von der unbefleckten Empfängniß!)an die Seite zu stellen wagt, das begreife ich — im Rückblickeauf einen siebenjährigen, ich glaube sagen zu dürfen: „ehrenvollenKampf für religiöse Freiheit und freie Gemeinden — nicht!(S. deutschkathol. Sbl. Nr. 14.)——
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten