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12 Apostel nach der von Beatus angegebenen Verteilimg der Länder, wie solche die dem Etheriusgewidmete Karte enthalten haben muss. Die Schwierigkeit der Porträtdarstellung mochte manche derälteren Kopisten veranlassen, diese Bilder wegzulassen. Auf den Karten des 2. Stammes fehlten sieohne Zweifel von Anfang. Die Vignetten sind zwar nicht zahlreich, aber beachtenswert, insbesonderedie 2 Leuchttürme von Alexandria und Brigantia.
Wir dürfen aus diesen 3 Karten des Stammes A schliessen, dass die Originalkarte des Beatusim Hauptcodex reich und schön ausgestattet war, und es wäre zu wünschen, was nicht ausser dem Bereichder Möglichkeit und selbst der Wahrscheinlichkeit liegt, dass noch ein weiterer Codex uns eine Kartedieses Stammes bringen möchte. Es wäre dies ein wesentlicher Gewinn für die Wissenschaft, währendneue Codices des Stammes B kaum Neues bringen werden.
Der Stamm B gliedert sichebenfalls in 2 Aeste: c und d, derenOriginal nicht erhalten ist, und höchstwahrscheinlich in Valcavado sich befand.Im Jahr 970 wurden 2 Abschriften, dieeine, c, in Valeavado unter Abt Sem-pronius, und zwar von Obeco vom 8. Junibis 8. September, die andere — d — inTabara von Emeterius vom 1. Mai bis27. Juli hergestellt; es existierten alsovorher bereits 2 Codices dieses Stammes.
Von c ist uns, wie wir glauben,das Original erhalten, es ist die ältestealler grösseren Weltkarten, Nr. 4,im Besitz des Lord Ashburnham undbis jetzt nicht publiziert.
Obeco 1 ) hatte wohl keine guteVorlage, wie wir aus der Vergleichungdes Astes d ersehen. Doch hat er dieKarte seiner Vorlage wesentlich ver-schlechtert, indem er die meisten Flüssewegliess und die zwei einzigen, welche erbeibehalten hat, den Binnenmeeren gleichbehandelte, nämlich Donau und Nil. Vonden Städtebildern ist nur Jerusalem übriggebheben. Dagegen hat er die Kähneund Fische, welche im Weltmeer herum-schwimmen, getreu aufgenommen und dieGebirge in seiner Art stilisiert. Wasdieser Karte allein eigentümlich ist, nämlich die oblong viereckige Gestalt, wird von jenen besondersbemerkt werden, welche annehmen, die römische Weltkarte wie die ältesten mittelalterlichen Karten seienviereckig gewesen.
Leider ist die Schrift sehr verblasst, und wenigstens auf der Photographie mancher Name kaummehr erkennbar.
Die westgotische Schrift hat die Ashburnhamkarte mit den vier folgenden gemeinsam.
Von der Ashburnhamkarte besitzen wir 3 Abkömmlinge, nämlich 5) Valladolid, bisher nichtbekannt, 6) Madrid, ebenfalls noch nicht publiziert, und 7) London. Das Original ist in mehrfacber
Die Abstammung der Beatuskarten.
') Dieser Name findet sich im 10. Jahrhundert in Spanien mehrfach, z. B. 2 Bischöfe von Oviedo 913 und923—953, und gleichzeitig ein Bischof von Leon.
Miller, Mappaemumli I. 4