Druckschrift 
Schadow und seine Schule : Festrede
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20Meister und den Schülern ihre Entstehung verdanken und dienoch jedes Jahr durch neue Arbeiten vermehrt werden. Einenothwendige Folge dieses Aufschwunges der Kupferstecherei, wardie Begründung einer tüchtigen akademischen Kupferdruckerei,welche von dem erfahrenen Schülgen eingerichtet und geleitet,auch ihrerseits allen Anforderungen gerecht wurde, und nochheute wird.Bedeutende Grundlagen zu weitaussehender Thätigkeithaben wir so entstehen sehen, aber freilich die heiteren Kinder-und Jugendjahre der Schule gingen seitdem vorüber unddie kommenden Zeiten wurden ernster und herber in vielerBeziehung.Mit der größeren Anzahl der Kunstjünger, die sich nachDüsseldorf wandten, wuchs natürlich auch die Verschiedenheitder Ansichten, und die Kämpfe der Prinzipien und Mei-nungen traten, wie immer im reiferen Alter, so auch hier nachüberstandenen Lehrjahren der Schule lebhafter und offener her-vor als früher. Aeltere Schüler, die schon Meister von aner-kanntem Rufe geworden waren, verließen die gemeinsame Kunst-stätte zu neuen und umfassenden Wirkungskreisen. So Ben-demann, den großartige Aufträge im Jahre 1836 nachDresden zur Ausschmückung des Königlichen Schlosses mitWandmalereien beriefen. Ehrhard, Hübner, Bürkner, Plüdde-mann u. a. folgten ihm dorthin und bald gründeten sich Co-lonien der Schule auch an anderen Orten. Dazu kam dasSchlimmere, daß Schadow's von jeher zarte Gesundheit, bei sounausgesetzter Thätigkeit nach allen Seiten, jetzt häufiger alssonst, Störungen erlitt, die natürlich nicht ohne die tiefsten