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So gehört auch die Bibel als ein gemeinsames Gut derMenschheit, der gesammten menschlichen Familie an; alledürfen an Ihrer Arbeit sich betheiligen.« ....
Und sechshundert Jahre, nachdem das Judenthum unterfurchtbaren Schmerzen, an denen es noch in unserer Zeitschwer zu leiden hat, die Riesengeburt des Christenthumserzeugt hatte, brachte es die Nachgeburt des Islams hervor.Beide, Christenthum und Islam, waren dazu berufen, die reinenund erhabenen Ideen des Judenthums in einer der Cultur derheidnischen Völker entsprechenden Form diesen zu überliefern.
Das jüdische Volk selbst aber, dem von der Vorsehungzur Entfaltung seines grossen missionellen Berufes in derWeltgeschichte nicht das kleine Palästina, das nur dazu dienensollte, durch Concentrirung des ganzen Volkes auf einen sobeschränkten Raum die Volkskraft -zur vollen Entwicklungzu bringen, und das später durch Israel zur Wiege der ge-sammten religiösen Bildung aller gesitteten Völker wurde —das jüdische Volk , sagen w ir, dem die Vorsehung alsyWir-kungskreis die grosse, weite Welt zuwies, zerstreute sichnach Vernicht ung des nationalen Staates nach allen En dendes Erdballs und zog so gleichsam- als stillschweigender ~Corrector des Christenthums und des Islams mit hinaus indie weite Welt. Und in der That, wenn auch das jüdischeVolk während seiner beinahe 2000jährigen Leidensgeschichteseit der Entstehung des Christenthums nicht offen und lautals Missionär der reinen Gotteserkenntniss unter den Völkernaufgetreten war, diese lernten und lernen doch durch dasjüdische Volk nach und nach die heidnischen Ueberreste, diesich mit Zähigkeit noch vom Urbeginn des Christenthumsund des Islams her bis auf unsere Tage an jene wie eindicker Bost angesetzt haben, abstreifen, indem sie in ihrerMitte ein Volk sehen, das die wahre und reine Gotteser-kenntniss ohne jede abergläubische Beimischung in weihe-voller Stille pflegt und ausübt.*
* Presse und Judenthum, p. 34 f.