Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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765
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115*116*. 1591 765

Häusern herrschte stets wegen Nachbarschaft, Gleichheit der Ge-müter und Sitten und hohen Herkommens besondere Freundschaftund Konjunktion, wofür die sehr zahlreichen Wechselheiratenzeugen (zwei Herzoge von Jülich mit zwei Pfalzgräfinnen, einHerzog!von Kleve mit einer Pfalzgräfin u. s. w.; jetzt in unsererZeit zwei Pfalzgrafen mit zwei Fräulein von Jülich). Erinnertdaran, wie nachbarlich und verwandtschaftlich Kf. Friedrich II.sich des Herzogs von Jülich und seiner Lande bei Kaiser Karlangenommen habe und vom Herzog und Land billig für einenVater geehrt worden sei.

Nachdem oben das Bedürfniss nach einem Freund dargetanwurde,der nicht auf andere erbschaften und personen warten undsehen dürfte, wir auch nicht weit zu ihme hetten", der auch beiden rheinischen Kff., bei Hessen und benachbarten Grafen undHerren in Ansehen stehe, so ergibt sich von selbst, dass man dieseGelegenheit einer Verbindung der ältesten Enkelin des Landesfürstenmit dem jungen pfälzischen Kf. ergreifen muss; es wäre unverant-wortlich, dieses Glück in den Wind zu schlagen oder zu versäumen;so vil greuliche difficulteten, beschwernussen und widerwertigkeitenwerden uns allerseits sowol von den albereit befreundten als jetzi-gen feinden begegnen", ohne Aussicht auf Beistand.Wie manmit den nachparn die heuser bauet, also muss man sie auch damiterhalten". Der Landesfürst hat es an sich und an seiner TochterMaria Leonora erfahren, was §s mit Heiraten in die Ferne aufsich hat; die Herzogin konnte ihren Vater und Bruder und dieseLande in 18 Jahren nicht einmal besuchen.

Da die Herzogin noch vier andere Töchter hat, könnten mit diesenSöhne des Kf. von Brandenburg und des Administrators verheiratetund so (da Magdeburg kein Erblaud ist und schwerlich auf deuSohn übergehen wird) das Herzogtum Preussen erhalten werden.Auf diese Weise würden Haus und Land Jülich die Freundschaftdieser beiden Häuser gemessen. 1 .....

Düsseldorf. Cop.

116»* jZündelin an Camerarius. 13.August

(Zuchtlosigkeit der Truppen Anhalts. Die italienischen HiilfsvölkerWaldheimder Ligue. Toskanas und Venedigs Politik. Ausstreuungen über denKf.^Christian. Kanzler Krell.)

....De exercitus Anhaltici insolentia quae scribuut multi,ea non tarn mira mihi visajsunt quam reipublicae causa molestiamattulerunt maiorem, cui lantum adferunt praeiudicium. Sed abhominibus efi'eratis adeo et liccntia perditis quid expectes aliud?Utiuam vero aeque^feroces in hostem siut! Ipsius principis Anhal-tini etsi pericula ab eiusmodi genere homimim video, tarnen dexteri-tate^eunrifsua et prudentia^'multis anteversurum dei auxilio, cuifidit, spero. Italiias copias neque numero neque virtute aut reiperitia militaris exspectatioui horainum respondere, eandem vero

1 Nach einer wiederholten kurzen Hervorhebung der Vorteile beiPfalz gegenüber Brandenburg . folgt ein Verzeichniss der jülichisch-pfälzischen Familienverbindungen 13631577.