690 (1583/4) 45*—46*.
Futter und Mahl auf 5 Pferde uud 600 fl. Geld, ab. Kf. von Köln.I. C. Tutel uud Administration angefochten. „Ut s r baroni Hedeccioet Parteinio uou possum scribere per festinationera, exeusate rae."(P. S.) Schrieb ungefähr vor drei Vierteljahren ein Briefleinan einen guten Freund, mit der auf den Chorbischof Friedrich vonSachsen bezüglichen Stelle: „Saxo prodit causam". Es wurde auf-gefangen und von einem Papisten übersetzt und bezüglicher Weiseauf Kursachsen gedeutet, auch dem Kf. vou Sachsen zugeschicktder sehr erzürnt sein soll. „Mir geschieht unrecht." Bittet inErfahrung zu bringen, ob M. Georg Friedrich etwas davon weiss„und ob mir die falle gestellt etc." 1
Archiv der Grafen zu Dolma-Lauck, Eigh.
(1583/4.J
46.* Werbung Minucci's bei König Philipp II.'
. . . Kf. Ernst von Köln „preneipe di etä et di couiplessionegagliarda, di spirito et d'ingegno prudente et di devotioue singulareverso la M lä V ...... . Sonosi giä scoperti pensieri di creare
nuovo re de' Romani a modo de' Protestanti, et vi sono conietturegrandi che ne sia stata data qualche intentione a mons r de Van-domo (che sichiama il re di Navarra 3 et cu'egli per questo habbiaaiutato il Casimiro di danari. Negansi a S. M ta Ces. le contri-butioni decretate nell' ultima dieta d'Augusta, anzi voltausi in granparte ad aiutare l'abominevole pretentione dell' apostata". Esist der völlige Ruin des R. zu befürchten, wenn dem kölnischenKrieg nicht bald ein Ende gemacht wird; „perche se Casimiro non
1 Vgl. No. S. 680 f. Dohna macht von der im obigen Sehr, ge-brachten Ausrede in seiner Selbstbiographie keinen Gebrauch; dortsagt er von dem bewussten Brief: „darinnen soll ich gemeldet haben(welches ich doch nicht weis, auch kein copiam von meinem schreibenbehalten): „Si nos ordines Imperii puriorem religionem professi in hactarn pia caussa deseruerint, nos nihilominus constantes in propositonostro permanebimus, extrema tentabimus, coelum terra, summa imismiscebimus." Item: „Saxo, de quo tarn bonam spem coneeperamus,caussam nunc prodit" (Vgl. II. 124 A. 1). Dies bezieht sich vor allemauf die schwere Enttäuschung, die den Freunden der TruchsessischenSache durch das Auftreten Kursachsens auf dem Erfurter Konventbereitet worden war; vgl. IL 125; Lossen II, 239 ff.
2 Hier nur teilweise im Auszug gegeben. Die Ausführung, dasadie spanische Hülfe entweder mit Geld oder mit niederländischemKriegsvolk geschehen könne, und dass es sich eigentlich nur um dieWiedereroberung von Konn handle, weist auf den Winter 1583/84.(Vgl. Lossen II, 324, 451 A; 455 ff; Hansen, N. B. III 1, 711 ff.)Khevenhüller meldet dem Kaiser am 9. Nov. 1583 die AnkunftMinucci's am spanischen Hof; am 22. Jan./l. Febr. 1584 berichtet er,Minucci sei noch hier, werde aber kaum mehr erreichen als Sega,der morgen nach Italien reise; am 21. Febr./2. März: Minucci habeden Auftrag an Parma durchgesetzt, dem Neuerwählten [Kf. Ernst]mit mehr Ernst als bisher zu helfen (Nürnb. Germ. Mus.).
3 Vgl. II 259 A. 3.