654-656. 1591 591
654. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea. 5. Dezbr.
Heidel-
„F. herzliebe dochter! Ich fuge dir zu wissen, das ich hin ber Sun d wider nach dem ritter Nicolai ausgesant, aber nirgens als zuColn angetroffen; ligt an dem ciperle krank; hat sich entschuldigtund mir doch zuendpoten, er wolle jemands senden. Ich besorgaber, es [!| wurd sein gesandt schwerlich zur zeit schicken können,dan der Rhein sehr mit eis gangen ist; er wurd kunst wissen,damit sein knecht zu rechter zeit erscheinen wurd. Hiemit gottbevolen. Deine gruss hab ich vermog deins schreiben allenthalbenzum besten verriebt; tun sich alle bedanken, wünschen dir allesuts und alle wolfart.
Datum Heidelberg den 5 ten x bris ao. etc. 91.
Dein treuer vater weil ich lebe.
Ich will dich zur rechten zeit abholen lassen, damit du deinchristkindlein und neuen jar nit verseumest. Hiemit nochmals gottbevolen.
J. Casimir."
ZerbBt. Eigh.
655. Ben no nius an Pf alzgraf Phili pp Lud wig. 10. Dezbr.
Köln.... Von vornehmen papistischen Leuten wird ausgegeben :„das Imperator und Hispanien die Verheiratung mit freuleinSybillen und Imp. [unleserlich] verbanden haben, der alsdann auchals stathelder der furstentumben das haus Gulich bewohnen solle.Es kommen taglichs viel posten zu unserem legato apostolico,derowegen ungezweivelt wunderliche saiche aufhanden sein muissen. 1
Mo, Neub. Korr. I. Eigh. (pr. Neuburg 17. Dez.)
656. Markgraf Georg Friedrich an Johanu Casimir. H. Dezbr.
Ansbach
Auf J. C. Sehr, vom 5. Dez. 2 Hat die vertraute Verständniss,besonders wenn sie alle evangelischen Fürsten umfassen würde, für
worin er erklärt, er habe nach dem ihm durch den PräsidentenRichardot übermittelten Auftrag Parmas mit dem veldenzischen RatTaxis verhandelt, dessen persönliches Gesuch um „une retenue ou.commission de conseiller de S. M t<s pour les affaires d'Allemaigne,comme avoit heu ung docteur alleman nomme Halver ä presentdfecedö" er befürwortet und auch „une mercede signalee" für Taxisbeantragt (Brüssel, ebd. Or.).
1 Vgl. No. 393. Am 25. Nov./5. Dez. hatte B. aus Düsseldorfvon einem irrtümlichen Gerücht gemeldet, Erzh. Matthias sei hierangekommen (ebd. eigh). Auch Pancratius berichtet dem Pf. am 3.Jan. 1592 aus Simmern, Erzh. Matthias solle mit Vorschub der kath.Ritterschaft und des Klerus Sibylla heiraten und zum Erbherrn derLande durch Spanien auf Ratifikation des Kaisers eingesetzt werden(Mb. 336/20, Or.)
2 Das Sehr., Heidelberg 5. Dezember, bittet nochmals um Gut-achten über den so notwendigen Abschluss der Union, die J. C. nachwie vor für dem Vaterland und besonders den ev. Ständen nützlich