648-650. 1591 587
648. Arnim und Distelmeier an Johann Georg v o n 29 - Oktbr.Brandenburg. . Dresden
. . . . L. Wilhelms Gesandte hatten beim Herrn Administratoran Statt J. G. Audienz; sie ersuchten neben der Kondolenz undEntschuldigung, „das E. Ch. Gn. dahin sehen wolten, weil derverstorbene churfurst es in kirchensachen christlich und guet ge-meinet und den exorcismum als in gottes wort nicht gegründetabgeschaffet, das die angefangene expurgatio fermenti et sordiumpapisticarum nicht gehindert werde.' 1 Der Administrator Hessdurch sie antworten, zweifellos sei es vom Kf. gut genug gemeint,aber nach der gemeinen Landesklage von den Dienern missbrauchtworden; die Vormünder würden für das Beste der Religion, derjungen Herrschaft und dieser Lande sorgen. Pf. Karl, Gesandterdes M. von Ansbach, wies den Administrator im Privatgesprächdarauf hin, „das man den angezündeten kirchenbrand wiederstillen muge." Auch in der Werbung von L. Ludwigs Gesandtenfand sich die Erinnerung, „das man den Calvinismum nicht zueweit wolle lassen einreissen." .... Man hat zwei Schreiber desKanzlers, einen der Zindelinus, aus des Kanzlers Haus geschafft undihnen befohlen, sich bis auf weiteren Bescheid in einer Herbergezu verhalten und des Kanzlers zu äussern. . . .
Berlin, It. XLI. 18a. Or.
649. Landgraf Wilhelm an de Fresnes. 29.0ktbr.
Kassel
Zeitungen von einem guten Mann, u. a. der K. habe einSehr, aufgefangen, worin Lothringen Mayne zur Aussöhnung mitdem K. ermahne, widrigenfalls er selbst zur Rettung seiner Landeauf Frieden mit dem K. bedacht sein müsse. Ob dies richtig? . .Hört von einer vornehmer Person, Parma sei eilends nach Frank-reich erfordert und habe pro impetranda victoria eine Wallfahrtangetreten. „Es ist aber ein alt Sprichwort, das das katzengebetnicht gen himmel gehe."
P. S. Neue Zeitungen, kaum glaublich, hofft aber, Gott werdesie bald wahr machen „oder durch andere wege seine Christenheitvon der greulichen tyrannen wueten und verfolgen gnediglicherretten." Sichere Nachricht aus Baiern, dass Eckenbergs Kriegs-volk, dem Baiern sowie Pfalz, Sachsen und Brandenburg denPass verweigerten, wieder nach Böhmen und Schlesien zurückge-zogen ist.....
Marb. Frkr, 1591. II. Cop.
650. Johann Casimir an seine Tochter D oro thea. 2. Novbr.
„Mein vaterlichen gruss zuvor. Fr. herzliebe dochter! Dem-nach ich dise gewisse gelegenheit gehabt, so hab ich nicht under-lassen wollen, dir dis brieflein zu schriebeu [!] mit begeren, duwollest mein fr. liebe frau mutter und ganze geselschaft von meinet