Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
585
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645-646. 1591 585

Der Kanzler weigerte sich anfangs [bei der Bestrickung]: ersei nicht des Herzogs Diener und sonst eine privilegirte Person,auch genugsam gesessen, hoffe auch, dass er also gedient, dass eres verantworten wolle, musste aber doch die Hand geben; dasSiegel wurde bis auf Weiteres Abraham Bock befohlen. Schammerwar etwas kleinmütiger, bekannte, er habe sich zu diesen Sachengebrauchen lassen, aber seines Herrn Befehl verrichtet. Kolreutersagte, seine Sachen seien sämtlich bei Hof und versiegelt und erhoffe befriedigende Rechnung abzulegen. Der Kanzler hatte beisich im Haus einen Zeitungsschreiber des Kf.,Cindelinum genant",den man für einen Anstifter vieler böser Sachen hält;der istdaraus geschaffet und soll sich ohne des herzogen vorwissen ausder stadt nicht begeben und stille vorhalten. 1 Es ist wol alsodirigiret worden, wan mau, das die bestrickung ergehen solte,geschlossen, das alsdan der modus mit den churf. sächsischenraten und was ferner in rat gezogen werden solte, aber nichtgeschehen".....

Der Herzog hat dem Hofprediger seine Konzepte zu denLeichenpredigten abgefordert. . Es fand sich, dass er in der hierzu haltenden das Mandat, den Exorzismus und die Lehre unsererKirche vorbrachte und erwähnte, dass die Untertanen solche christ-liche Ordnung so undankbar angenommen, dass sie auch für ihrenHerrn in der Schwachheit nicht beten wollen und sich seines Todeserfreuet; der Vorwurf einer solchen Untreue hat die Landschaftaufs Höchste erbittert. Der Herzog nahm ihm nach einigem Weigerndie Zusage ab, dies alles zu übergehen und sich auf eine christlicheTrostpredigt zu beschränken. 2 ....

Beil. R. XLI. I8a. Or.

646. Dr. Johann Büttner an Markgraf Georg Friedr ich. 28. Oktbr.

Ansbach

. . Betr. ein Sehr. J. C. [Heidelb. 21. Okt.], was in der ver-trauten torgauischen Sache weiter zu tun und wie sich Würtembergerklärt. Meint mit dem Kanzler, die Fortsetzung der Sache wärenotwendig und gut; sie besorgen aber, J. C. werde, wenn er die Sachebetreibe, bei andern Ständen wenig Folge haben; es sollte lieber

1 Vgl. S. B.der Münchener Akademie 1882, II, 164 f. Kol-binger an Camerarius, Marienberg 25. Oktober (Bm. Coli. Cam XV,eigh.):Quid de Zündelino nostro fiet, cum discederem, scire nondumpotui. Kogavit autem me, et ut tibi haec significarem et ipsiusnomine at te peterem, ne quid amplius litterarum illi inscriptarumDresdam mittas et dominum Lewenclavium Coloniae degentem depericulo Zindelini certiorem reddas et admoneas, ne scribat, donecintellexerit, ubinam gentium Zindelinus futurus sit".

2 Der Kf. antwortet, Köln an der Spree 26. Okt., der bestricktenPersonen halber hätte er lieber gesehen, dass man bei dem vorge-wesenen gelinden Weg geblieben wäre; auch sähe er gern, dassHerzog Friedrich Wilhelmsich des orts der Sachen ohne uns nichtso gar anmasseten, den zügel allein in handen nehmen und uns aus-schlieBsen möchte"; sie sollen sich nicht ausschliessen lassen (Berl.a. a. 0. Or.).