584 1591 644-645.
Obwohl er ermessen kann, dass der vorzeitige Tod des Kf. dervertrauten Sache „weuig fürschubs pringen werde", hält er dochdafür, „da wir die überbleibende stende, so sich albereit wilfärigerkläret, in S. L. löbliche fusstapfcn treten und insonderheit beijetzigen schwirigen betrüebten zeiten, auch starken von unsernWidersachern furgeenden practiken dieses gescheft mit ebenmessigemtreuwen und eifer, wie von S. L. gescheen, gemeinen, das demVaterland und unser allerseits posteritet zu trost und bestem wolnoch etwas nutzlichs angerichtet werden könne und die sack solchenbeschwerlichen todfals halb nicht zu verlassen sein solt". Er istgeneigt, alles zur Vollziehung des Werks Dienliche zu befördernund bittet um G. Fr. Gutachten, „wie und durch was mittel solchesach fortzusetzen'', sowie um Mitteilung, ob und wie sich Würtem-berg schliesslich in dieser Sache erklärt hat. Pf. Philipp Ludwighat sich bisher gegen ihn nur „ufzüglieh" geäussert. 1
Berlin. Unionsacta I. f. 674. Or. (pr, 28. Okt.).
24. Oktbr.645. Bernhard von Arnim und Christian DistelmeierDresden an Johann Georg von Brandenburg. 2
(Verhaftung Krells auf Betreiben der Kurfürstin und des Adels; Ver-strickung Zündelins; die Leichenpredigt.)
. . . Gestern wurden der Kanzler, der KammersecretariusSchammer und Christoph Kollreuter „jeder in sein haus vorhaftet".Dies kam so. Die Kurfürstin wollte durchaus nicht dulden, dassder Kanzler ihrem Gemahl im Leichenzug das Siegel vortragensollte, weshalb dies dem früheren Kanzler Haubolt von Einsiedelbefohlen wurde. „Und demnach wol zu erachten, das solcherschimpf ihme grossen vordrus geben und er dahero nicht under-lassen wurde, viel wiederwertiges zu practiciren oder auch in an-merkung seiner bösen Sachen sich gar weg zue begeben und derherschaft und diesen landen zu nachteil an andere wiederige leut*zue hengen, darneben menniglich dem canzler öffentlich übel geredet,der herzog auch hin und wieder instigiret worden einen andernernst zu gebrauchen, obwol S. F. Gn. noch zuer zeit lieber denmilteren weg gehen und den rum der Müdigkeit haben wollen":Hess diess die Kurf. durch Hans Wulff von Schonberg und sechsandere Herrn (jetzigen Hofmarschall, Stallmeister, Ponikau, Pfennig-meister, Oberhauptmann der Erzgebirge, Heinrich von Bünau) demHerzog erinnerungsweise vorbringen und seinem Gutachten heim-stellen, letzteres damit ihr nicht Rachgier schuldgegeben und das,was sie treulich und gut gemeint, missdeutet werden könne. Diesieben Personen sprachen sich auf Befragen des Herzogs dahin aas,es solle geschehen und es stünde mehr Gefahr darauf, wenn esunterbliebe. Damit traf nun das übereinstimmende Ansuchen derLandschaft zusammen.....
* Durchgestrichen: „versehenlich Pfalz?"
1 M. m. an L. Wilhelm.
2 Vgl. Richard I, 96 ff.