574 1591 630—631.
Ferdinand hette selbst herumbgezogen und animos emolliret. Vielsacben kernen von der colnischen unruhe hero, auch jetzo wegender aachischen und strasburgischen proces. Sed wolte dersachen nachdenken und I. kais. Mt. gern das beste einratenhelfen etc."
Nachdem am 25. um 7 Uhr der Kf. verschieden war, nahmBrandenburg dessen älteste Söhne Christian und Johann Georg zusich und Hess im Beisein der sächs. und braudenburg. Räte, „durchmich" dem kais. Gesandten den Todesfall melden und die Wittweund Kinder der angebotenen kais. Gnade empfehlen.....
Berlin. R. XXI. no. 18a (Sachsen). Conc. (Distelmeier,)
27.Septbr. Qg\. Landgraf Wilhelm an Joachim Camerarius.
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(Gerücht von Sachsens Vergiftung. Das Treiben der Flacianer.Päpstische Zeremonien in Nürnberg.)
.... „Was dann itzunder vor ein misera facies im land zueMeissen ist, zweifeln wir nicht, ihr habt desen ein gut wissens;und haben sich etzliche lassen vernehmen, es sol der morbus nonsine suspicione veneni entstanden sein. 1 Wiewohl wir nun nichthoffen, das so böse leute vorhanden sein solten, die tanto principiso übel gewolt betten, so zweifeln wir auch nicht doran, daetzliche leute sich solchs understanden, es werde der almecbtigegott dieselbige durch sein gerichte ernstlich strafen, und begehrengnediglich, was euer Judicium hievon ist, auch was ihr ad recon-valescentiam electoris vor hoffnung habt, uns solchs hinwieder zuberichten. Es sei ihm, wie ihm wolle, so vernehmen wir, das auchdie verfluchten Flaccianer dessen hochlich erfreuen, auch einsleilssich sollen haben vernehmen lassen, sie hettens also bei gott er-beten, uf das sie je ihren abergläubischen papistischen exorcismurabehalten möchten. Ecce quanta potestas tenebrarura! Summa, esgehet, wie es alzeit ab origine raundi ergangen ist, das die leutemehr lieben die finsternus als das licht und ihre somnia mehr alsdie warheit des heiligen evangelii. Darumb gar gefehrlich, dasman umb menschlicher considerationen willen solche errores undfalsche ceremonien so lang in der christlichen kirchen toleriretund pleiben lest und nicht betrachtet, das ein wenig Sauerteig totammassam leichtlich inficiren kam Welchs dan sonderlich ihr Nürn-berger, als die ihr des bapstischen Sauerteigs und ceremoniennoch viel habt, wohl solt bedenken, das es euch nicht heute odermorgen in euer ecclesia auch grossen schaden bringe. Intelligentsatis."
Bm. Coli. Cam. XXVÜI. no. 7. Or.
1 Vgl. das oben S. 565 A. 2 angeführte Sehr. Slade's vom 4./14.Oktober: „Hit was reported of late, that the sayde elector showldebe dead not withowt suspition of poisoninge". Hiezu oben S. 317Anm. — Auch K. Elisabeth spricht in ihrem Sehr, vom 22. Okt.. anAnhalt von dem Gerücht einer Vergiftung (Byrner VII, 73).