593—594. 1591 549
593. Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich. 17. Juli
Heidel-
Vor drei Jahren haben ihm vornehme alte jülichische Räte und g
Diener, bald darauf auch fürstliche Personen eine Vermählungseines Pflegesohns mit Anna der ältesten Tochter der Herzoginvon Preussen vorgeschlagen. 1 Er liess sich dies auf gehabtenRat und Erklärung seines Pflegesohns trotz dessen Jugend gefallenund seine Erklärung durch jene fürstlichen u. a. Mittelspersonenan die Herzogin bringen und um Anna werben. Beil. ein Or.Sehr, des K. von Polen an G. Pr. hierüber; ein anderes an Jülichin Cop. Er wollte bisher die Sache wegen der Jugend seinesPflegesohns möglichst geheim halten. Derselbe ist jetzt an Jahren,Verstand und Leibeskräften 2 herangewachsen und bleibt bei seinervorigen Resolution. Auch hat er die Herzogin von Preussen per-sönlich gesprochen und vermerkt, dass sie zum Haus Pfalz nichtweniger als zuvor gute Meinung trage. Ersucht G. Fr. um Billig-ung und Förderung dieser Heirat und namentlich um Vorstellungenan Magdeburg, der seines ältesten Sohns halb neulich auch einenAnwurf getan haben soll; die pfälzische "Werbung ist viel älterund von beiden Herzogen von Jülich gebilligt. 8
Berlin. R. XXXV. C. 5. Or.
594. Wolfgang von Mainz an Christian von Anhalt. 17-
27.Auf Chr. Sehr, vom 15. Juli mit Entschuldigung wegen Nicht- Jul1erscheinens bei ihm; hätte gern mit Ch. Bekanntschaft gemacht Mainzund ihn „mit einer kalten küchen" bewirtet, begreift aber, dassCh. zu Verhütung allerlei Unordnung nicht von seinem Kriegsvolkabkommen kann; verweisst deshalb auf seinen Rat Kaspar vonEltz; „und tun zwar E. L. ein hochrümblich gut werk, darmit derarmen undertanen mit unerschwinglichen belastigungen möchte ver-
1 Vgl. No. 478.
2 Dagegen berichten die Räte Schlieben und Müller dem Kf.Johann Georg aus Ems am 10. Juli: J. C. blieb bis in den 5. Tagbei der Herzogin zu Braubach, traktirte wiederholt allein mit ihr,sie blieb aber wegen des älteren Fräuleins bei ihrer Ablehnung; „undmöchten des andern fräuleins halben wol traetaten vor sein, aber weilder junge pfalzgraf sehr schwach sein soll und gestern S. F. Gn.schreiben bekommen, das es umb S. F. Gn. gar gefährlichen stehensoll, hat man weitere traetaten eingestellt"; die Herzogin musste ihrenLeibarzt D. Matthesius mit nach Heidelberg reisen lassen (Berlinebd. C. 3 b Or.). Caetano berichtet aus Prag, 17. Juli/6. August:„L'elettor palatino giovine e stato male a morte, la quäle haveriatravagliato molto la religione catolica per la successione di Cassimiro.Hora s'intende che stia meglio" (Rom, Germ. 112. S. 357).
3 In seiner Antwort, Sulz 21. Juli, erbot sich G. Fr. J. C. An-suchen an die Herzogin, deren Absichten er nicht kenne, zu bringenund sich vertraulich nach ihrer Gemütsmeinung zu erkundigen. Am3. August ersucht hierauf G. Fr. aus Ansbach die Herzogin, obwohler ihre Vorliebe für Brandenburg bereits vermerkt habe, um nähereMitteilungen über ihre Unterredung mit J. C. (Berl. ebd. C. 5).