Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
460
Einzelbild herunterladen
 

460 1591 486.

(Februar) nannt beim Deutschmeister Kriegsvolk gesammelt und Schiffe bestelltwerden, „das sie in tag und nacht den Necker nunder bis fürHeidelberg ankommen könten;" zur selben Zeit könnte mau mitetlichen Speerreitern und Schützen eine cavalcada vornehmen, „da8sie umb Tole und dem ampt Schaumburg zusamenkemen", vonwo man in zwei Tagen bis an den Rhein streifen könnte zu einerFähre, die im Jahr nicht über zweimal benützt und zwar alleinvon der Pfalz, „wann sie auf die jagd ziehen will", sodass mansich dort keiner Ueberfahrt versieht; die Schiffe dazu könnte manunvermerkt auf die neue von G. H. erfundene Manier dorthinschaffen. „Weil dann des schloss Heidelberg gelegenheit pfalzgrafG. Hansen F. Gn. wol bewust und mit dero neuen inventionenihnen nit entgehen kan, so konte zugleich mit einnehmung in under-schiedlichen örtern der heuser dieser hauptstreich mit einnehmungHeidelberg und der fürstlichen personen auch fürgenomen werden' 1 .Unter den Plätzen sind die wichtigsten ein Haus zu Kaub und einsehr festes Haus zu Bacharach gehörig, das „jetzt nit geachtet,auch nit mit über fünf personen verwacht würt".

Um das desto unvermerkter zu Verrichten, hat G. H. einenPlatz am Rhein vom Grafen von Wied gekauft, wo er eine Festunganzulegen vorhat, um desto näher beim spanischen Sukkurs zu seinund dort den Zoll i ach K. Maximilians Zusage desto besser ein-richten zu können. Von dort könnte man „under einem schein derbauleut und schanzgräber" den Anschlag gegen die zwei Häuserausrichten; bei Kaub ist ein Turm im Rhein, auf dem nicht überfünf Personen sind, für dessen nächtliche Ueberrumpelung G. H.von Parma zwei ,,ausleger" zu kaufen wünscht. Mit zwei weitemAuslegern könnte man oberhalb Germersheim in G. H. AmtGuttemberg einen „wert, so am Rhein ligt", gewaltig fest machenund damit Strassburg und der Pfalz den ganzen Pass auf dem Rheinverschliessen. Auch Lothringen wurde bereits angedeutet, dassman durch eine Schanze und Landgraben im Amt Guttenberg denZug der Reiter und Knechte verwehren und Lothringen den unver-merkten Zuzug von Volk „von Pitsch aus durch die grosse gewäld"ermöglichen könnte; wodurch auch Germersheim zu zwingen undden Schweizern der Weg herunter zu verlegen wäre. Auf derandern Seite könnte dann M. Eduard Fortunatus von Baden mitseiner angefangenen Festung und mit Hülfe der österreichischenLande und des Bischofs von Strassburg den Pass mit geringemVolk vollends sperren.

Ausserdem ist aber der verstärkte Haufen des Pf. G. H. mitheimlicher Hülfe Spaniens zur Rekuperirung von Metz aufzustellen,mit welchem man dann beide Streiche vornehmen könnte, wobeiman „under dem gueten schein Metz zu bekommen zu dem Vater-land" um so besser Kriegsvolk werben kann und überdies dieHugenotten, von denen ein Teil in Folge der unter K. Maximilianvorgewesenen stratagemata G. H. anhängen werden, getrennt wer-den; endlich wird dadurch ein Kriegshaufe in Frankreich erhaltenund der K. von Navarra an zwei Orten, abgesehen von Savoien,beschäftigt, so dass er Parma um so weniger Widerstand tun könnte.Hinweis auf die Erfindungen, den Verstand, die Erfahrung des Pf.