394 1590 433—434.
7.Öktober 433. p a n cratius an Pfalzgraf Phi lipp Lu dwig.
Bericht Über die Hochzeit Dr. Johann Heinrich Schwebeis zuHeidelberg, der er im Auftrag des Pf. beiwohnte. J. C. und Pf.Friedrich waren durch den Kanzler Reuber vertreten. „Und obwolüber tisch, sonderlich von D. Ehernen, Gruenrodt und JunkerQuaden der religion und anderer Sachen halb viel gesprächs erregtworden, so ist doch darbei des löblichen hauses Pfalzes und allerund jeder dessen häupter anders nit, dann mit sondern geburendenehren und reverenz gedacht worden. Und als einsmals D. Ehemeiner handlung gedacht, welche sich zu Naumburg zwischen weilandpfalzgrafen Friederichen churfursten und E. F. Gn. herren vatern,beeder christmilder gedechtnus, (seinem angeben nach) zugetragenhaben solte 1 und er darin die affect im referendo etwas mitunter-laufen lassen wolte, wurde ihm alsbalden von D. Reuber unterge-fahren: es weren alle löbliche, christliche und eifrige pfalzgrafengewesen, wie wir sie gottlob noch hetten; man solte allein denlieben gott bitten, das er sie bei diesem christlichen eifer und indem friedlichen einmutigem wesen und vertrauen, darin sie itztstunden, erhalten wolte etc. . . Sonsten und alles anders ist mitlieblichen gesprechen und mit etlichen umbtrunken auf E. P. Gn.und anderer herrschaften gesundheiten . . dermassen verrichtetworden, das meniglich darbei fröhlich und friedlich gewesen" . .
Mb. 336(20. Or.
8.0ktober 434, Erklärung der Gesandten der drei weltlichenFrankfurt Kurfürsten im Kff. Rat.'
Ihre Herren, nach Laut des Ausschreibens und des Kölner Be-schlusses der Ueberzeugung, dass bei der offenkundigen Gefahr fürdas R. es sich auf dem Dep. Tag nur um die unverzügliche Ver-wirklichung der bereits beschlossenen Hülfe handeln werde, sindäusserst überrascht, dass die geistlichen Kff. und etliche andere
1 Gemeint ist der Fürstentag zu Naumburg 1561; vgl. Menzel,Wolfgang von Zweibrücken S. 237.
2 Diese Erklärung, am 6. Okt. von den Räten der weltlichen Kff.vereinbart, erfolgte nach Zustimmung der andern ev. Gesandten (Prot.)durch die Pfälzer im Kff. Rat am 8. Okt. zugleich im Namen vonSachsen, Brandenburg, Braunschweig, Hessen und Nürnberg. Mainz hattemitgeteilt, die Kommissare hofften durch ihre Resolution auf die ein-gereichten Bedenken [No. 431] eine Vereinigung herbeizuführen, undeine Reihe von Punkten (Legationskosten, Beschwerden von Jülich,Stadt Köln, Oldenburg, Lothringen, dem westfälischen Kreis, Ent-schuldigungsschrift Burgunds zur Verhandlung bringen wollen. DiePfälzer erklärten jedoch, diese 11 Punkte seien entweder bis auf dieErklärung der Kommissare einzustellen oder überhaupt nicht zurSache gehörig, und drangen auf sofortige Anhörung ihres Anbringens(worüber die Gesandten der 3 Kff. unter gl. Datum eine schriftlicheErklärung an die Kommissare einreichten, mit dem Bemerken, ihrSchritt geschehe in Uebereinstimmung mit den andern Gesandten derA. C. und der gravirten Stände im Fürstenrat). Die Geistlichenerwiderten durch Mainz: da sie sich dessen nicht versehen und dieSachen an sich hochbedenklich und wichtig, wollten sie es an ihre