392 1590 431.
4.0ktobernötig und nicht mehr davon zu reden, ob, sondern wie zn helfen.Frankfurt Sehr, an die kriegenden Teile würden dem Reich nur Schimpfund Spott eintragen, besonders wenn auf die bereits geschehenenDrohungen gar nichts erfolge. 1
Am gleichen Nachmittag geschah die Relation der ungleichenMeinungen im Fürstenrat. Es erfolgte durch Oesterreich die Er-klärung: Der eine Teil des Fürstenrats, der vorher die Exekutionwiderraten, stimme für eine neue Legation im Namen von Kaiserund Reich an beide kriegende Teile, wobei mit den Staatenüber die Herausgabe der bisher verweigerten Orte, Abschaffung derLizenten und der armirten Schiffe zu handeln und weiterhin zu-nächst ein Kommunikationstag zur Beratung der Friedenshand-lung zu verabreden wäre. Daneben sollte man aber auch mitmandatis avocatoriis und mit dem Mittel der Bereitschaft derKreise fortfahren; hilft dies nicht und wird Exekutionshillfenötig, so muss das Werk auf einen R. Tag verschoben werden.
Der andere Teil des Fürstenrats, der zuvor auf die Exe-kution geschlossen, war mit der Schickung im Namen von Kaiserund Reich einverstanden, ebenso mit den Mandaten und der Be-reitschaft. Man müsse aber neben diesen Mitteln auch auf dieExekutionshülfe bedacht sein; dieselbe wäre für den Fall zu be-raten, dass obige Mittel keinen Erfolg hätten, bis dahin abereinzustellen. Im letzteren Punkt konnte man sich nioht einigen,da der eine Teil die Hülfe jetzt beraten und nicht auf einen R.Tag verschieben wollte. Daher dem Kff. Rat zu referiren.
Ferner teilte der Fürstenrat ein Anbringen der Jiflichischenmit: 1) wer die Kosten der Legation tragen solle; 2) Geldhülfefür den westfälischen Kreis, der inzwischen nach wie vor schwerbedrängt werde; 3) eventuell Hülfe wenigstens der benachbartenKreise; 4) Abstellung beschwerlicher Handlungen' der brabantischenRegierung gegen Jülich und Stadt Köln in Sachen Berlaymont.Die Stadt Köln beschwerte sich gleichfalls über brabantisches Pro-zessverfahren gegen sie in causa contra Harff sowie über die Lizenten.
Da jeder Teil bei seiner Meinung blieb, sollen die ver-schiedenen Bedenken zu Papier gebracht, morgen abgehört unddann den kais. Kommissaren überreicht werden.' ....
Mb. 414/77 f. 742. Or. (pr. 6. Okt.).
1 Nach dem pfälz. Prot, erklärten sich in der 1. Umfrage Trierund Köln für Beratung der Hauptsache, die drei Weltlichen für Ver-lesung der Relation, worauf in der 2. Umfrage Trier und Köln] ihrVotum wiederholten, mit der Forderung, falls Verlesung der (Re-lation beschlossen werde, ihre Bedenken anzufügen. Pfalz äussertesich wie oben im Bericht der Räte, wobei nach dem Prot.' betreffsder Gesinnung der Staaten auf Putlitz verwiesen wurde, betreffsParmas auf etliche Schriften, die Putlitz Elz zu lesen gab, „das Spaniensich erclert, von religion nichts zu handlen" ; man müsse nicht mehrdavon reden, ob, sondern wie eilende Hülfe für die Bedrängten insWerk zu richten; mit der Hülte würden sich Restitution und Ab-schaffung der Lizenten von selbst finden. Sachsen und'Brandenburgvotirten im gleichen Sinn; Mainz trat dem Votum von Trier undKöln bei. In der 3. Umfrage blieben alle bei ihrer Meinung. ? ■-.-"'. .
5 Am 7. Oktober wurden die Bedenken des Kff. und Pürstenratsden kais. Kommissarien überreicht (ebd. f 766 ff.). Die Cop. bei den