398-400. 1590 369
digen und dann insgesaramt den Kölnischen ins Gewissen reden.Wollen die Papisten gar nicht mittun (wofür die Haltung Parmaswährend der Gesandtschaft spricht), so müssten die Evangelischenauf eine Extraordinarihülfe bedacht sein, wofür die augenblicklicheBeschäftigung der Spanier in Frankreich sehr günstig wäre; dasKastell zu Antorf soll z. B. meist mit Bürgern besetzt sein. Auchbei einer Rückkehr der spanischen Truppen wäre man, besondersmit Hülfe der Staaten, stark genug. 5 ...
Mb. 414|77 f. 19- Conc.
399- Pfalzgraf Johann an Johann Casimir. 21.August
Zwei-, Auf J. C. Sehr, vom 7. Hat die kais. Erklärung in der Jülicher brückenSache gegen ihn und die Mitinteressenten J. C, mit dem er einerMeinung ist, schon mitgeteilt. In keinem von allen kais. Sehr, wirddem Herzog vom Parma ernstlich befohlen sich der Tätlichkeitauf R- Boden zu enthalten.* . . Von der angefangenen lothring-ischen Traktation ist ihm ausser dem, „so E. L. schon albereitdurch den herrn von Dona und sonst teilhaft gemacht worden,"nichts weiteres von Mondreville oder Metz zugekommen.
Mb. 414|77. Or.
400. Die kölnischen Gesandten an Bürg erme ist er 22. August
und Rat zu Köln. 1, Septbr.
(Werbung beim Kaiser. Erklärungen des Vizekanzlers Kurz über Pragden Städtetag und die Drohungen J. C. gegen Köln. Ein Gesandter
des Kf. Ernst.)
Ankunft hier am 20. August; fanden das versprochene unddurch eigenen Boten überschickte Sehr, des Pfalzgrafen bei Lic.Wirichius (beil. Cop. l). Audienz beim Kaiser allein 27. August;der Kaiser versprach Beratung und Antwort. 3 . . Baten den Vize-kanzler um Gutachten über das, was zu Speier der Adjunktion undzu Heidelberg der Religion halber vorgegangen. Kurz erklärte
1 In seiner Antwort aus Dresden vom 31. Aug. (Mb. a. a. O. Or.)teilt Chr. Brandenburgs, Entschluss zur Beschickung des Dep. Tagsund sein eigenes Outachten an Brandenburg wegen der Beratungdaselbst mit und billigt die Hülfe mit Volk, d.ie Wahl unverdächtigerLeute und eine bescheidene Erinnerung der Geistlichen; wegen Kölnsmüsste man doch erst volle Gewissheit haben.
2 Vgl. das kais. Sehr, vom 6./16. Juni bei Keller, Gegenrefor-mation II, 109 (No. 45).
3 Vgl. No. 388. J. C. legte seiner Fürschrift an den Kaiser einSehr, an die Kölner Gesandten, Heidelberg 31. Juli, bei, mit der Auf-forderung bei ihrer Heimkehr das Anbringen seiner Räte wegen derev. Bürgerschaft zu Köln ihren Herren zu referiren und die Abschaffungder Beschwerden zu betreiben (Köln, Briefe 1589—92, Or.). Ein sehrscharfes Sehr. J. C. in gleicher Sache an den Kölner Rat vom 25. Aug.im Auszug bei Ennen V, 370 f; ebd. S. 369 ein etwas wenigerschroffes Interzessionsschr. Kursachsens gl. Datums.
Bezold. Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 24