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10. März vom schlaf widerkomen, ein feusten indianischen han bringenHeidel- lassen; darzu bin ich neben andern guten gesellen geladenberg worden. Da haben wir unser wirt abermals gen Bethlehem ab-gefertigt. Des morgens für meinem abreisen, wie breuchlich, einstarken suppen miteinander gessen. Ist er auf seiner gutschen mithinausgefaren, mir den neheren weg fuhren und weisen wollen,des furhabens mich in ein wald zu bringen, 3 oder 4 stund michspazieren herumbzufuren und letzlich wider gen Plassenberg zubringen. "Weil ime nun diser anschlag gefeiet, hat er sich letzlichim feld de facto an mir rechnen wollen, uf freier landstrassenmeiner gewart, vil grosse stuck büxen von glasmaterii gegossen beisich gehabt; aber da es am treffen hat solleu gehen, ist wederkraut oder lot bei der hand gewesen. Wie es nun über diebuxenmeister (id est lackay) ausgangen, welche solchs vergessen,hastu leichtlich zu erachten. 1 Bin also des andern tags gen Nürn-berg gereiset, alda mir von einem ehrsamen rat vil ehr und gunst^erzeigt worden, deiner zum besten gedacht, dan sie haben mir eingrossen duplet vergult silbergeschier verehret, welchs ich von deinergesundheit wegen mit freuden ausgedrunken und herumbgehenlassen; und under anderm die ratsberrn gegen mir verlautenlassen, das sie nichts liebers wünschten und begern teten, damitsie mit unserm^ bruder margraf Gorgen Fridrichs mochten ver-
1 Dr. Pauli, einer der Teilnehmer am Konvent, schreibt am 3. Märzaus Dresden an Camerarius: der Kf. und J. C. seien am 18. Febr. inPlauen zusammengekommen, „cumque biduum ibi una commorati fuissent,simul in Hoff profecti sunt, ut marchionem Georgium Fridericum, quiilluceos invitaverat, inviserent; ibi duo etiam dies hilariter transacti. Nosnudius quartus [28. Febr.J primum huc reversi sumus. Palatinus cummarchione Culmbachnm se contulit, inde domum, ut audio, reversus."(Bm. Coli. Cam. XXIV, Or.) Dohna, der von J. C. mitgenommen, aberbedeutet worden war einem persönlichen Zusammentreffen mit Kf. Chri-stian auszuweichen, wurde erst zu Hof in das Geheimniss der Verhand-lungen gezogeu; nach seiner Erzählung verabredeten sich dort der Kf.und J. C. mit Georg Friedrich, jeder von den drei Fürsten solle fürdie weitere Behandlung der Sache nur einen vertrauten Diener nebsteinem geheimen Sekretär beiziehen; und als J. C. dem Kf. Dohna alsseinen Vertrautesten bezeichnete, erklärte der Kf., er sei trotz derüber den französischen Zug umlaufenden ungünstigen Gerüchte damiteinverstanden, und gab Dohna, der hierauf von J. C. in besondere Pflichtgenommen wurde, demonstrativ vor den Augen des sächsischen Hof-gesindes die Hand ; trotzdem, berichtet Dohna weiter, „blieb ich dochallezeit im losament, wolte mich nicht hoch in den sal dringen. Denmarggrafen verdros es, das ich nicht zu hofe kam, er wüste es abernicht, warumb es zu tun war" (Selbstbiogr.). Schmidt, Dohna S. 163verlegt irrtümlich das viel später aufgezeichnete Gutachten Dohua's(Ritter I, 34) iu diese Zeit und spricht unbegreiflicher Weise von „demstreng lutherisch gesinnten Kurfürsten"! Ueber die Tage auf derPlassenburg meldet Dohna: „und wart erschrecklich gesoffen". DassJ. C. hiebei zweimal sein Leben aufs Spiel setzte, berichtet noch nachJahren Kolbinger (Kitt er, D. G. II. 50 A. 1). üeber das Saufen desKf. von Sachsen auf der Reise von Berlin nach Dresden im Febr. 1590berichtet einer seiner Begleiter, der Graf von Lynar (Ledebur, AUg.Archiv XVI, 205 f.).