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5.Oktober248. Bericht des sächsischen Abgesandten Winter
übereine Unterredung mit der Pf alzgräfin Elisabeth.
(Audienz bei Elisabeth, die um Einladung nach Sachsen bittet; ihre
Ueberwachung undBedrängniss iu Sachen der Religion; Absicht ihr die
Tochter wegzunehmen; Gerücht von Kf. Christians Abfall.)
„5. octobris an. 89. Fabian Winter:
Berichtet, das E. Ch. Gn. Schwester ihm das schreiben anE. Ch. Gn. in derselben cammer zugestelt, mit hevelich dasselbeE. Ch. Gn. zu eigenen hauden zu überantworten. Daneben habesie ihm befohlen, E. Ch. Gn. untertenigst einzubringen, das si E.Ch. Gn. schreiben halben höchlich erfreuet, das si dardurch überdi fröliche botschaft vermerkt, das si von E. Ch. Gn. nit gar ver-lassen. Und ob si gleich oft an E. Ch. Gn. zu schreiben gesinnet,so sei J. F. Gn. doch solches zu tun verboten; sei hart bestelt,das si wenig brife vorschicken konnte. Wolte gern bei E. Ch. Gn.nur einen tag sein. J. F. Gn. hetten diesen sommer zu E. Ch. Gn.kommen wollen, man hette J. F. Gn. aber das freulein nit mit wollenfolgen lassen, derwegen es vorblieben. Nun wüste sie keinen ratweiter, es were dan, das E. Ch. Gn. sie kegen'ihrem herren vor-bei, das er J. F. Gn. erlauben wolte.
In weltlichen Sachen hetten J. F. Gn. durchaus keine klage,dan si ihres herzens wünsch und lust. Was aber di religion an-langete, sei J. F. Gn. unmuglich, darein zu bewilligen, das si ihresherren religion annemen solte. Die rate sollen ihr derhalben sehrzusetzen; man habe ihr nie so hart zugesetzt als eben itzund, ausdiser ursach, das das geschrei hinaus kommen, als were E. Ch. Gn.abgefallen; und wurden J. F. Gn. die obren oft damit gerieben,das si nun nit vil hülf mehr von E. Ch. Gn. haben werden. Manwere auch noch bedacht, man wolte ihr das freulein nemen unddasselbe ihres herren Schwester der landgrefin, wie si geredt, zu-schicken. Solches sehen J. F. Gn. nicht gern, sondern wolten si viellieber alhir bei E. Ch. Gn. wissen. Es were auch wi ihm welle,so trage doch J. F. Gn. sinn und gemut zum vaterlande. Es mochtenvilleicht E. Ch. Gn. denken, es were J. F. Gn. getrieb, so bisherfurgefallen. Aber got wüste, das es nicht, sondern si wolte E.Ch. Gn. wol einen weg weisen. Und were an dem, das E. Ch.Gn.nichts vorhetten, auch über der tafel reden konten, ihr herr erfurees. Und beten J. F. Gn., E. Ch. Gn. wolten si doch uf ihr itzigschreiben wider beantworten und niemand anders zu ihr abfertigendan ihn Fabian Wintern, weil itzo niemand besser gelegenheit wüsteals er, welchs si in ihrem schreiben zu erwehnen vorgessen." 1
Dr. 8539. Pfalz. Pf. Joh. Cas., Qemalilg (u. s. w.) Sehr, an Kf. Christian1688—91. Cono. Krell.)
1 Vgl. No. 245. Tossanus seinerseits schreibt am 25. August anGrynaeus höchst sorgenvoll über den Zorn Satans gegen J. C. und seinenPflegesohn und über die Undankbarkeit der Pfalz, die Gottes Racheherausfordere (Cuno II, 100). Am 30. Sept. teilt er dagegen mit:„Heri interfui trimestri examini junioris prineipis, qui nobisomnibus, qui aderamus, satisfecit, licet venationes S. Cels. multis diebusoecuparint" (ebd. 99).