208-209. 1589 197
208. Pfalzgraf Johann an Pfalzgraf Georg Hans. 27. April
Zwei-Hat glaubwürdig gehört, Gr. H. wolle sein Amt Veldenz auf Drucken -Wiederlösung an Friedrich Cratz von Scharpfenstein 1 um 32000 fl.verkaufen. Obwohl er hofft, dass G. H. nicht nach der AlienationZ u Pfalzburg weitere gefährliche Kontrakte vornehmen wird, wollteer ihn doch um Aufklärung ersuchen. 3
Mb. 827[26 f. J. Cop.
209. Instruktion Joh. Casimirs für den an LandgrafWilhelm abgeordneten Herrn von Putlitz.
J. 0. hat sich gegen Sancy erboten, mit L. W. die Mittel zueiner der grossen Werbung vorhergehenden geringeren „levee" bei-zuschaffen. Wenn W. sammt dem unbenannten Fürsten 150000 fl.und J. C. mit seinen Vettern Philipp Ludwig und Johann sowieM. [Ernst] Friedrich in die 100000 fl. darleihen würden, so blieben, dieerste „levee" zu 100000 fl. gerechnet, noch 150000 und bei derzu erwartenden Beteiligung von Magdeburg, M. Georg Friedrich,Heinrich Julius von Braunschweig, Würtemberg u. a. für den grossenNachzug 200000 fl. übrig. Dann würde gewiss auch England mehr
von herzen, das ein Amadis de Gaule under den jungen teutschenfürsten were, der das schöne wolgezogene freulin von ihren feindenerretten wolt"; viele ehrliche Leute und er selbst würden gern dabeisein und 100000 Taler zur Hülfe genügen (Marb. Frkr. 1589, I, Or.).Als die Gesandten wieder nach Halle zurückkamen, teilte der KanzlerMeckbach Kötschaw mit, er habe Förderung der französischen Sachebei Sachsen nnd Brandenburg durch Johann Georg von Anhalt durch-gesetzt; der Administrator betreibe einen Konvent der Räte zu Kasselund sei entschlossen, mit andern auch ohne Zutun der beiden Kff. denK. nicht zu verlassen, doch sei Schombergs Anwesenheit wünschens-wert (Bericht Kötschaw's an Pf. Johann vom Mai, Ma. 545/5 f. 168,Cop.). Johann Georg von Anhalt (vgl. sein Sehr, an Magdeburg,Dessau 23. Mai, Marb. Frkr. 1589, II, Cop.) besprach sich in der Tatam 16. Mai zu Berlin mit dem Kf. von Brandenburg, der aber vonder ganzen Sache nichts wissen wollte, dem K. misstraute und dasProjekt „mit der von Bullion" durchaus widerriet; „wer es aber tunwolte, der möchte es auf sein ebenteuer tun"; Kursachsen sei aller-dings geneigt dem K. mit Volk und Geld zu helfen, was Christian vonAnhalt bestätigte.
1 In einem Sehr, an Philipp Ludwig vom 22. Mai fügt J. bei:„oder vielleicht in dessen namen dem bischof von Trier".
2 Vgl. No. 187. G. H. erklärte am 2. Mai, er habe mit Kratz nureine gewöhnliche Zinsverschreibung für 20000 fl. abgeschlossen: erbeschwerte sich bitter über die feindliche Haltung J. und die Umtriebedes zweibrückischen Rats Gallus Tüschelin; am 15. Mai wies derletztere im Auftrag J. brieflich G. H. „Verläumdungen" wegen derHintertreibung des Verkaufs von Veldenz zurück und forderte von6. H. Erklärung darüber, wen er mit dem Rheinbad u. dgl. meine.Dies bezieht sich auf das Sehr. G. H. an J. vom 2. Mai, worin esn. a. heisst, neulich habe ein Pf. gesagt, „wenn er uns bei den haarenhette im Rhein im wasser, wolte er uns fahren lassen"; man sehehieran die christliche Liebe und Blutsverwandschaft.
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