172 1588 181.
w 6 - 181. Johann Casimir an Pfalzgraf Johann.
November
Kann sich über die Ursache von Moncassin's Verstrickung und
darüber, ob das Erbieten des Gouverneurs in der Zitadelle „N.
Seeland, 13.' Nov. an Karl von Aremberg, Reinhard Ott, Gubernatorzu Artois und obersten Sekretär des Rats der Staaten, an einen Ratund Sekretär Garnerus, an Peter Ernst von Mansfeld, Karl von Mans-feld, den spanischen Obersten Freiherrn von Billv ebd. Ein beil.„memoria! vor Franciscum Bodemund nach Holl- und Seeland" (eigh.unterzeichnet und beRieeelf) geht doch über den Inhalt der 'obigenInstr. hinaus. Am 21./31. Mai schreibt Parma ans Brügge an HerzogJulius, er habe den brannschweigischen Gesandten Kaspar de Wrede,Dr. Joachim Götz und Franciscus von Baudemont seine eigh. Antwortauf ihre Werbung zugestellt (Brüssel, Secr. all. Reg. 28S). B. be-richtete damals nach seiner Rückkehr, etliche der vornehmsten spanischenRäte hätten ihm zu verstehen gegeben, es sei in den spanischen con-siliis der Gedanke aufgetaucht, da Holland und Seeland mit Kriegs-macht nicht zu bezwingen, ihre Belassung im jetzigen Stand aber mitder Reputation des Königs nicht vereinbar sei, sie einem benachbartenFürsten ihrer Religion zn übergeben „und etwa zu lehen anzusetzen",wobei des Herzogs ,T. wegen der hergebrachten guten Korrespondenzseines Hauses mit Oesterreich und Burgund „im besten mitgedachtworden". J. glaube nun nicht, dass es den spanischen Räten damitrechter Ernst gewesen, geschweige denn dass es im Rat des Königsbeschlossen worden sei, da Spanien bisher alle Friedensverhandlungenan der Frage der Zulassung einer anderen Religion oder eines Rel.Fr. wie im R. habe scheitern lassen. Wäre es aber auch recht ge-meint, so würde sich doch angesichts der jetzigen Läse kaum ein Kf.oder Fürst A. C. ohne Verletzung seines Gewissens und seines gutenRufs beim R. und seinen Rel. Genossen auf ein solches gewiss auchsonst beschwerlich verklausuliertes Lehensverhältniss einlassen wollen.J. habe für sich und seine Söhne kein BedürfniSs nach Gebietser-weiterung unter so bedenklichen Bedingungen und wolle nicht „dasalbereithabende durch ein hoffendes" aufs Spiel setzen, zumal bei derVerbitterung zwischen Spanien und England. Er habe mit der cal-vinischen Rel. in England nichts gemein, aber sein Haus stehe vonjeher mit der Krone England im besten "Verhältniss und er und alleseine Vettern seien infolge der Vermählung Heinrichs des Löwen mitRixa, der Tochter König Richards, „von königlichem englischemgeblut mit entsprossen." Ausserdem sei es ungewiss, ob Holland undSeeland zu einem derartigen Ausweg geneigt wären oder nicht lieberin ihrem jetzigen Stand verbleiben wollten. Der sicherste Weg zurVersöhnung wäre jedenfalls Einführung des im R. angenommenenRel. Fr. in H. und S. durch den König. Trotzdem soll B. nur fürsich und ohne J. zu nennen bei den Staaten und Untertanen in H. undS. sondiren, wie sie darüber dächten und welchen R. Fürsten sieeventuell am liebsten zum Herrn haben würden. Hat die Sache so-wohl beim K. als bei H. und S. irgendwie Aussicht auf Erfolg unddamit auf Herbeiführung des Friedens mit England 'und den sämmt-lichen noch widerstrebenden Niederländern und auf Fortpflanzung derRel. Freiheit, so will es J. an seine Bluts- und Rel. Verwandten sowiean den Kaiser gelangen lassen und alles, was möglich, gern mitbefördern;vorher aber kann er allein sich nicht einlassen. — B. geriet durch seineVerhandlungen mit den Spaniern (so mitVerdugo in Groningen) bei denStaaten in Verdacht, ging dann nach England, wurde auf der Rückreisevon den Spaniern verhaftet und in Gravelingen festgehalten, aberendlich in Brüssel losgelassen. Vgl. Gott. Gel. Anz. 1900 S. 546.