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27. Juni 164. Pfalzgräfin Anna von Zweibrücken an Pfalzgraf
Mfisen- Philipp Ludwig,
heim
. . . Ziemlich still, ausser dass J. C. Reiter und Landsknechte
in der Pfalz hält; vorige Woche zogen ihrer 600 Reiter eine Meile
von hier, ohne Ph. L. Bruders Land zu beschädigen; man weiss
nicht anders, als dass sie zum Schutz der Pfalz gehalten werden.
Des Markgrafen Haufe, wegen dessen J. C. das Volk werben Hess,
soll auch vorüber sein.....Ausführlich über die zweibrückische
Erklärung des Katechismus und ihre Korrespondenz deshalb mit
Pf. Johann, 1 „S. L. meinung ist, die erklerung sei nichts als das
certo i suoi pravi disegni. II Schench e tuttavia seco et insta et premeper tirar quelle forze alla volta di Bonna" (Lettere di Minucci II).Schenk war aber damals bereits nach England gegangen (J. C. Kalenderzum 1. Mai: „Martin Schenck s'embarca ä Flissingen pour aler enEngleterre"; vgl. F erber S. 265 f.). J. C. war vom 1.—3. Mai inHeidelberg, ging dann nach Wersau und am 4. über Udenheim nachFriedrichsbühel; am 8. wieder nach Wersau, wo „mein gemahl mitallen kindern" zu ihm kam, am 9. nach Heidelberg, von da am 18. nachFriedeisheim und Lautern, am 19. nach Landstuhl, am 20. nach Zwei-brücken, wo er mit Pf. Johann allerhand besprach, am 21. nach Lautern,am 22. nach Winzingen, am 23. zurück nach Heidelberg, wo er bis zum10. Juni blieb. Nur einmal, am 10. Mai vermerkt er Geschäfte wegenseines Kriegsvolks. La Noue kam am 14. Mai nach Heidelberg; „Dis-kurse" mit ihm vermerkt J. C. zum 15. und 24. Mai und 2. Juni. Am10. Juni ging J. C. nach Wersau, am 11. nach Germersheim, am 12. nachBilligheim, am 13. nach Bergzabern, wo Pf. Johann eintraf; am 14.„frue uf und zum Regiment zogen, welchs in der Schlachtordnung ge-standen; haben mir mit einander scharmielzet [!]. Darnach mit demobersten graf Herman von Wid zu mittag gessen, hernacher zu St. Remichzogen"; 15. Billigheim; 16. Ankunft La Noue's; 17. zwischen Landauund Edenkoben „mein regiment landvolk zusammen füren lassen, solchsbesichtigt"; Friedrichsbühel; 18: „ung gentilhome de Sedan ms r de Stivogenant" [vgl. H au s e r S. 229 Anm. 1]; 19. mit Pf. Johann nach Winzingen,20. nach Lautern; „La Noue ala ä Strasburg": 21. „est arrive capitaine LaCoste, Joli. Discouru avecqueeux"; Pf. Johann, der bei J. C. blieb, besich-tigte mit ihm auch am 24. beim „Schmidenberger wagen" J.C.zwei Rittmeistermit ihren Reitern und ging dann nach Zweibrücken, J. C. nach Land-stuhl zu Sickingen; 25. nach dem Essen „uf der neiden bei Ramsteinam Langenbusch zogen, alda ich meine 2 geworbene reuterfanen zu-samen komen lassen, besichtigt", dann nach Lautern und über Friedels-heim am 27. nach Heidelberg, wo in den nächsten Tagen die GrafenHeinrieb von Kassel, Otto von Barby und Georg von Erbach eintrafenund am 5. Juli Feldstücke beschossen wurden; am 7. Juli „die gesandtenvon Wurms furgehabt". Am 13. Juli „ist graf Carl Ludwig presidentzu [Speir bei mir gewesen". Vielleicht hängt dieser Besuch mit der folgen-den Entlassung des Kriegsvolks zusammen; s. u. Am 25. Juni/5. Juli be-richtet Puteo aus Prag, der Kaiser und seine Minister hätten Bich heuteihm gegenüber wegen der Strassburger Sache entschuldigt „con le difficultädi tempi et de le cose che corrono, particolarmente hora che Casimiroaecostatosi con le sue genti a Veisse Cronenberg, ove da li cittadini lisono anco stati amazzati XX huomini, fä temere, che si potesse daroccasione a qualche tumulto in evento che si volesse tentare una taleessecutione" (Rom, Germania 111 f. 264).
1 Vgl. hierüber Back, die ev. Kirche II, 499 ff. Pf. Anna suchteauch weiterhin ihren Sohn Johann gegenüber Philipp Ludwig in Schutz