Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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140
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HO 1588 148.

16. April behalten und einem Feind nicht trauen, 'der Tag und Nacht mitdem Gedanken umgeht sich ganz Europa unterwürfig zu machen;J. Mt. hat ja bereits gute Mittel,*die besten Häfen in Seeland unddie vornehmsten Oerter in Holland in Gehorsam und Devotion.Sollte aber die Friedenshandlung fortgehen und Spanien (was kaumzu erwarten) die obigen Bedingungen bewilligen, so bitte J. F. Gn.J. Mt., ihn, seine Lande und Leute, churf. Pfalz u. a. evangelischedeutsche Kff., Fürsten und Stände, die sich bisher des niederlän-dischen Kriegswesens teilhaftig gemacht, in den Frieden aufzunehmenund vor Spanien zu^versichern.

Endlich begehrt J. F. Gn., da vor wenigen Tagen ein navarrischerGesandter hier um weitere Hülfe ansuchte, M. Gn. H. aber alleinhiefür zu schwach und man sich auf keinen anderen Fürsten zuverlassen, von J. Mt. Rat und Beistand,ob J. Mt. mit Denenmark,dahin man einzig und allein ein hoffnung zu setzen, handien lassenwolle". Es ist eine hohe Notdurft, die armen Christen in Frank-reich nicht zu verlassen, angesichts des neuerlichen Beschlusses zuNancy, 1 den König erst recht in die Liga zu ziehen und derenExekution mit Ernst anzugreifen; noch vor Kurzem wurde in Bonnein Verzeichniss dessen gefunden, was die geistlichen und weltlichenpäpstischen Fürsten u. a. Stände dem B. von Lüttich zu gut fürdie Belagerung von Neuss kontribuirt haben (je 12 Monate). 2 Daferner die Absicht des Hauses Guise auf die französische Kronedurch die Vergiftung des Prinzen von Conde sich immer mehrkundgibt und sie offenbar den König seinen nächsten Blutsverwandtennachschicken wollen, wäre J. Mt. zu ersuchen, den K. von Frank-reich vor den Guisianern zu warnen und wegen der in Sedanschwer bedrohten Fräulein, der Tochter Conde's und der Herzoginvon Bouillon, auch die Städte Sedan und Jamais zu vermahnen,da ihr üebergang in die Gewalt der Guisianer auch Metz undschliesslich die ganze Krone in Gefahr bringen müsste. Dabeiwäre J. Mt. daran zu erinnern, wie der K. zu Anfang dieser letztenUnruhe durchBelievren" eine Konföderation wider die Guisianergesucht, wodurch vielleicht viele Sachen hätten verhindert werdenkönnen. 8 Da ein solches Ansuchen bei den deutschen Kff. und beiJ. Mt wiederholt werden könnte, begehrt J. F. Gn. von J. Mt. ihrGutachten und Mitteilung, was sie in solchem Fall zu tun gedenke,um sich darnach richten zu können.

Der Gesandte soll, was ihm begegnet und geantwortet wird,fleissig aufzeichnen und bei seiner Rückkehr J. F. Gn. schriftlicheRelation tun.

Signatum Heidelberg, under J. F. Gn. handzeichen und hie-furgetrucktem secret, den 16. Aprilis ao. 88."

Düsseldorf. Cuur Cölu. Kriegsaktea 24 f. 6081. Conc. (Donais).

1 Vgl. de Croze II. 45 f.

8 Vgl. Ehses-Meister 1. 1, 129; 282 ff; Gott. Gel. Anz. 1897S. 315 A. 1; Ruetz, Finanzzustände, S. 23; 39.

a Vgl. hiezu L'Estoile. Memoires-journaux III (Paris 1876). 61;oben No. 26; 76.