70
1587
81—82.
Septbr. 81, Johann Casimir an Wilhelm von Hessen.
14y eu _ .... „Was dann Segurii reden und unbedachtsamer weise an die
schloss konigin zu Engelland und an Navarra getane schreiben anlangentut, haben wir furlengst allerhand bei Segurio befunden, das unsan ihme missfallen, darumb wir ihnen auch nicht zu allen geheimensachen gezogen. Und ist nicht ohne, das er in viel wege, gleich-wohl unsers erachtens nicht böser und fursätzlicher meinung, sondernaus zorn und Unbedachtsamkeit, dieweil wir ihme nicht in allen,sachen vertrauen und alles mit seinem zutun verhandlen können,viel getan und geredt, das er pillig hette sollen underlassenDarumb wir ihnen auch negstvergangener tagen zu rede gesetzt 1und ihme unser missfallen notturftiglich entdeckt haben, daruf ersich auf vorgehende ausfüerliche entschuldigung erpoten, da er mitseinen schreiben bei der konigin zu Engelland und Navarra etwasmöchte verderbt haben, das er solches endern und verbessernwolte; dabei wir es auch bewenden und ihme als einem Gascogner,qui communement ont la teste verde et chaude, sein weise lassenund mehr auf die gemeine sache dan auf sein und seines gleichenundankbar gemüt sehen müssen." . . .
Bittet um Nachricht darüber, ob Sachsen und Brandenburgmit 3 oder 4000 Pferden die Einsetzung des Erzh. Maximilianunterstützen wollen. Durch die polnischen Händel könnte leichtauch der Türke ins Spiel gebracht werden. . . .
Frkr. 1587. III. f. 160. Or.
Septbr16
82.
Ernst von Mansfeld an den KanzlerHeinrich Ram el.
Gf J«Q OD.
bürg (Ulrich von Dänemark und die deutschen Stifter. Dänische Land-erwerbungen im Elsass. Französischer Zug. König Friedrichs Wahlzum römischen König.)
Vorbereitungen für die Uebersiedlung des Prinzen Ulrich nachStrassburg. U. wird am 8. Sept. in Magdeburg als Exspektantgewählt wordeu sein; der Domherr Georg von Carlewitz schlugErwerbung weiterer Pfründen für U. in Halberstadt, Merseburg,Meissen, Zeitz und Naumburg vor. Wilhelm von Lüneburg wirddem König berichtet haben, was er mit Asch von Holle, demStatthalter von Hildesheim, habe reden lassen; „Bavarus" wolltedas Stift gegen eine ziemliche Summe und Restituirung von Peinenebst Pfandschilling dem B. von Bremen resigniren, was aber durchden Tod Adolfs von Holstein nicht zu Stande kam; dies Hesse
ihn selbst und andere Grafen gegen 1000 Taler jährlich in Wartgeld zunehmen, mit anderen Grafen und Herren besprechen und dann dieAufstellung von einer Fahne Reiter und 2 Fähnlein Knechte bei J. C.anregen würde (ebd. eigh.). J. erwidert Grünrade am 25 Sept., J. C,Ehern und Reuber hätten seinen Vorschlag nicht verstanden; würdegern vor der Abreise des Putlitz nach Heidelberg kommen, schlageaber wegen grösserer Heimlichkeit einen Ort in der Nähe vor Cebd. Cop.)1 J. C. Kalender zum 5. September: „Segurio" kommt; 6: in diefranzösische Predigt „avecque mons r de Segur"; am 8. begleitet S.den Pf. nach Neuschloss und auf die Jagd; am 9. zieht er weg.